Ärzte Zeitung, 17.01.2006

Deutsche Hilfe für Hungernde in Somalia gelobt

Die Bundesrepublik hilft mit 750 000 Euro den unter einer Dürre leidenden Somaliern. Das Geld trage dazu bei, 1,4 Millionen von Hunger bedrohte Menschen im Süden Somalias mit Nahrungsmitteln zu unterstützen, teilte das UN World Food Programme (WFP) mit.

Die Organisation warnte zugleich vor einer humanitären Katastrophe in der Region am Horn von Afrika. Dort seien insgesamt 5,4 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

Wegen der geringen Regenfälle im Vorjahr gibt es dort den Angaben zufolge die schlechteste Ernte seit zehn Jahren. Leo van der Velden, stellvertretender WFP-Landesdirektor in Somalia, bedankte sich für den deutschen Beitrag. "Die deutschen Gelder helfen uns, eine humanitäre Katastrophe zu vermeiden. Vor allem den Kindern geht es schlecht - viele essen nur noch eine Mahlzeit pro Tag."

Das WFP plant, eine Million Menschen in Somalia bis Juni 2006 mit Nahrung zu versorgen, während CARE weiteren 400 000 Menschen hilft. Bis zu 20 Prozent der Menschen seien unterernährt, hieß es. Somalia leide seit langem unter den Auswirkungen der Kämpfe zwischen rivalisierenden Stämmen.

2005 betrug der deutsche Beitrag für Nothilfe und entwicklungsorientierte Projekte des WFP 54,2 Millionen Euro. WFP ist nach eigenen Angaben die größte humanitäre Organisation der Welt und bringt jedes Jahr etwa 90 Millionen Menschen in über 80 Ländern Nahrungsmittelhilfe.

Unterdessen wird bei den Vereinten Nationen nach den Worten von UN-Generalsekretär Kofi Annan über eine mobile UN-Einsatztruppe für die sudanesische Krisenprovinz Darfur nachgedacht. Unterstützung dafür soll aus Europa und den USA kommen. (dpa)

Topics
Schlagworte
Panorama (30883)
Personen
Kofi Annan (36)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

30 Minuten Bewegung am Tag verhindern jeden 12. Todesfall

Bewegung verlängert das Leben, das bestätigt die bisher größte Studie zum Thema. Und: Bewegung im Alltag reicht dazu schon aus, es muss kein anstrengender Sport sein. mehr »

Welche Gesundheitspolitiker bleiben im Bundestag?

So sehr sich der Bundestag verändert - viele aus der Gesundheitspolitik vertraute Gesichter werden vermutlich wieder im Gesundheitsausschuss arbeiten. Eine Auswahl. mehr »

Merkel beansprucht Führung weiter für sich

Drastische Einbußen, aber immer noch vorn: Die Wähler versetzen der Union einen Kinnhaken. Die große Koalition scheint passé. Auch die Umfrageteilnehmer der "Ärzte Zeitung" hatten bereits im Vorfeld eine neue "GroKo" abgelehnt. mehr »