Ärzte Zeitung, 19.06.2006

Der Unauffällige: Dr. Josef Schmitt

DFB-Arzt Dr. Josef Schmitt ist ein ausgesprochen turniererfahrener Mediziner. Er war bereits offizieller Mannschaftsarzt der deutschen Herren-Fußballer bei den olympischen Spielen 1984 in den USA.

Dr. Josef Schmitt (links) versorgt bei der Fußball-WM2002 in Südkorea den damals verletzten Nationalspieler Christoph Metzelder. Foto: dpa

In Diensten des DFB ist er seit 1992, die aktuelle Fußball-WM ist seine dritte. Schmitt ist 1944 im Saarländischen Wadern geboren. Er war von Jugend an vom Fußball begeistert und stand im Tor des Fußballvereins Homburg. Der Orthopäde ist ein ausgewiesener Experte für Hüft- und Kniegelenke.

Seit 1985 ist Schmitt leitender Arzt am Marien-Krankenhaus in Bergisch Gladbach. Dort hat er die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie aufgebaut. Seine Klinik gehört mittlerweile zu den größten Häusern auf dem Gebiet der Endroprothetik im Rheinland. Die Ärzte setzen jährlich 800 künstliche Knie- und Hüftgelenke ein und nehmen etwa 100 Bandscheibenoperationen vor.

Auch Sporttraumatologie mit operativer Versorgung aller Arten von Gelenkverrenkungen und Bandverletzungen wie Kreuz- und Seitenbänder gehören zu den Schwerpunkten der Klinik. Als einziger unter den DFB-Ärzten könnte Schmitt die Spieler selbst operieren. Zwar hält der Orthopäde gelegentlich Vorträge über die sportmedizinische Versorgung der Nationalmannschaft, etwa für den Förderverein seiner Klinik.

Er steht aber bei weitem nicht so im Blickpunkt wie sein Kollege Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Schmitt ist eher zurückhaltend und stellt lieber die Leistung des gesamten Betreuerteams in den Vordergrund. Trotz seines Erfolgs ist er bescheiden geblieben. "Wir machen nur unsere Arbeit", sagt er. (akr)

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