Ärzte Zeitung, 21.11.2006

"Wie Handschuhe voll Sand"

TV-Sender Arte widmet der Amyotrophen Lateralsklerose heute einen Themenabend

NEU-ISENBURG (ag). Wenn es nicht berühmte Patienten wie den Physiker Stephen Hawking und den Maler Jörg Immendorf gäbe, wüßten wenige Bürger, was sich hinter der Abkürzung ALS verbirgt. Dabei sterben an Amyotropher Lateralsklerose allein in Deutschland jährlich etwa 1500 Menschen - doppelt so viele wie an Aids. Der TV-Sender Arte widmet der neurologischen Erkrankung heute einen Themenabend.

"Mein Leben gegen die Zeit": Regisseur Andreas Franzén hat die Auseinandersetzung seiner Kollegin Ulla-Carin Lindquist mit der Krankheit ALS verfilmt. Foto: WDR.

ALS trifft auffällig viele körperlich und geistig aktive Menschen, so auch viele Profifußballer. Etwa 6000 Patienten hoffen in Deutschland auf die Entwicklung erfolgreicher Therapien. Doch bislang sind die Ursachen für ALS nicht ausreichend identifiziert.

Der Themenabend soll dazu beitragen, mehr Aufmerksamkeit für die Krankheit zu erregen. Die Dokumentation "Wie Handschuhe voll Sand" von Reinhild Dettmer-Finke (22.10 Uhr) informiert am Beispiel von ALS-Patienten detailliert über den Krankheitsverlauf, den aktuellen Stand der Ursachenforschung und über Therapieansätze. Und die Dokumentation "Mein Kampf gegen die Zeit" von Andreas Franzén (23.30 Uhr) begleitet eine an ALS erkrankte bekannte schwedische Fernsehjournalistin in den letzten Monaten ihres Lebens.

Der Arte-Themenabend "Leben mit Amyotropher Lateralsklerose" beginnt um 20.40 Uhr mit dem Fernsehfilm "Sterne leuchten auch am Tag". Veronica Ferres spielt darin eine Karrierefrau und Staatsanwältin, deren Leben durch die Diagnose ALS eine neue Wendung bekommt.

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