Ärzte Zeitung, 27.08.2008

55jährige kämpft um Goldmedaillen

Behindertensportlerin startet ein letztes Mal bei den Paralympics in Peking

BERLIN (dpa). Nach Peking ist definitiv Schluss: Für Deutschlands bekannteste Behindertensportlerin Marianne Buggenhagen (55) werden die Paralympics in Peking zum letzten sportlichen Auftritt ihrer Karriere.

Will’s noch einmal wissen: Rollstuhlfahrerin Marianne Buggenhagen tritt bei den Paralympics auch im Diskuswerfen an.

Foto: dpa

Bei ihrer fünften Paralympics-Teilnahme wird Buggenhagen im Kugelstoßen, wo sie den Weltrekord hält, Diskus- und Speerwerfen antreten. "Das will ich so erfolgreich tun, wie meine bisherige Karriere verlaufen ist. Dafür habe ich hart trainiert und noch einmal alles gegeben", sagt sie.

Die in Ueckermünde (Mecklenburg-Vorpommern) geborene Buggenhagen ist seit Mitte der 70er Jahre querschnittsgelähmt. Erst nach der politischen Wende in Deutschland konnte sie an großen internationalen Meisterschaften teilnehmen. Bei ihren bisherigen vier Paralympics- Teilnahmen gewann Buggenhagen schon achtmal Gold. Dazu kommen eine Vielzahl von WM- und EM-Titeln, mehr als 120 nationale Titel sowie diverse weitere Ehrungen und Auszeichnungen.

Bereits 1994 war die Athletin vom SC Berlin vor Franziska van Almsick und Steffi Graf zu Deutschlands "Sportlerin des Jahres" gewählt worden, das gelang noch keinem anderen Behindertensportler.

Ihre Konzentration gelte voll und ganz der sportlichen Leistung, betonte Buggenhagen. Statements zur politischen Situation in China werde sie nicht abgeben: "Die kritisierten Umstände bestehen ja zum Teil seit langem. Und die Politik hatte jede Menge Zeit, an ihrer Lösung oder Veränderung zu arbeiten. Das hat sie nicht getan. Es ist nicht Sache der Sportler, dass jetzt stellvertretend zu übernehmen", stellt Buggenhagen klar.

Topics
Schlagworte
Panorama (32499)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Beginnt die MS im Dünndarm?

Im Dünndarm werden wohl "Schläfer-T-Zellen" aktiviert, die eine MS triggern. Jetzt sind Forscher auf der Suche nach dem Auslöser – und haben Keime im Verdacht. mehr »

Wie die Neurologie von der Flüchtlingskrise profitiert

Migranten sind für Europa eine Herausforderung, doch sie bringen auch neue Erkenntnisse: Mediziner können durch Zuwanderer erforschen, wie Gene und Umwelt mit neurologischen Krankheiten zusammenhängen. mehr »

Hausbesuche bringen wohl mehr Honorar

Beim GKV-Spitzenverband gilt als ausgemacht, dass die Ärzte für eine Ausweitung der Mindestsprechzeiten nur sparsam honoriert werden sollen. Das Honorarsystem soll keine Gelddruckmaschine für Ärzte sein. Eine Ausnahme könnte es geben: Hausbesuche. mehr »