Ärzte Zeitung online, 08.09.2008
 

Handball-Torhüter Zoran Djordjic auf Spielfeld vor dem Ersticken gerettet

Leipzig (dpa). Nach dem Zusammenprall der Handballer Konrad Wilczynski und Zoran Djordjic beim Bundesliga-Spiel HSG Wetzlar gegen Füchse Berlin am Samstagabend wurde Djordjic nur dank schneller ärztlicher Hilfe gerettet. Der Wetzlarer Torhüter Djordjic war nach dem Zusammenprall bewusstlos aufs Parkett gestürzt und hatte seine Zunge verschluckt.

Durch das umgehende Eingreifen von Wetzlars Mannschaftsarzt Wolfgang Pörschke wurde der Serbe vor dem Ersticken gerettet. "Die Lage war schon bedrohlich und nur durch das schnelle Eingreifen unseres Teamarztes sowie des anwesenden Notarztes schnell behoben", sagte Wetzlars Geschäftsführer Axel Geerken der dpa.

Angesichts des dramatischen Unfalls geriet das sportliche Geschehen zur Nebensache. Trotz des Schocks gewannen die Berliner mit 33:26 und bleiben Tabellenzweiter hinter dem Überraschungs-Ersten SC Magdeburg, der mit dem 34:22 beim TSV Dormagen seinen zweiten Kantersieg landete. Ebenfalls ohne Punktverlust folgen der TBV Lemgo (33:24 in Stralsund) und Frisch Auf Göppingen (29:26 in Melsungen).

Vor knapp sieben Jahren passierte Handballer Johan Pettersson ein ähnlicher Unfall

Das Ereignis von Wetzlar löste Erinnerungen an ein ähnliches Unglück vor knapp sieben Jahren aus. In der Kölnarena waren Torhüter Jan Stankiewicz vom VfL Gummersbach und sein schwedischer Landsmann Johan Pettersson vom THW Kiel ebenfalls bei einem Konter zusammengeprallt. Pettersson hatte seine Zunge verschluckt und drei Zähne verloren.

Der Unfall in der Rittal-Arena nun war wie ein Déjà-vu-Erlebnis. In der 12. Minute lief der Österreicher Wilczynski, Torschützen-König der vorigen Saison, einen Konter. Djordjic kam aus seinem Tor und wollte den Ball abfangen, prallte aber in vollem Tempo mit dem sprintenden Berliner zusammen. Beide wurden nach der Erstversorgung ins Krankenhaus gebracht.

Djordjic wurde am Sonntag einer abschließenden Untersuchung unterzogen. "Verläuft die positiv, kann er wohl noch heute das Krankenhaus verlassen. Ergebnisse wurden uns nicht mitgeteilt, doch von einer Gehirnerschütterung ist auszugehen", sagte Geerken. Wilczynski, der ebenfalls eine schwere Gehirnerschütterung erlitten hatte, reiste am späten Abend mit der Mannschaft zurück nach Berlin. "Die Torwarte sind hier für mich klar in der Verantwortung", sagte Füchse-Manager Bob Hanning.

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