Ärzte Zeitung online, 25.09.2008

Forscher entdecken zwei neue Bakterien in den Katakomben von Rom

ROM (dpa). In den unterirdischen Totengewölben von Rom gibt es bislang unbekanntes Leben: Forscher haben jetzt an den Wänden der Katakomben des Heiligen Callistus an der Via Appia Antica gleich zwei Bakterienarten entdeckt. Sie sollen nun näher untersucht werden, um aus den Ergebnissen neue Möglichkeiten zum Schutz von antiken Monumenten zu entwickeln.

"Solche Bakterien können oft Schaden anrichten", sagte Clara Urzì, Professorin der Universität Messina auf Sizilien. "Wir haben die beiden neuen Bakterienarten auf vermodernden Oberflächen der Katakomben gefunden und wir glauben, sie haben zu der Zerstörung der Wände beigetragen."

Es handele sich um Bakterien aus der Gattung Kribbella, wie die britische Society for General Microbiology am Mittwoch mitteilte. Diese sei erst 1999 erstmals gefunden worden. Seither entdeckten Spezialisten Kribbella-Arten auf der ganzen Welt, darunter in Südafrika und in einer mittelalterlichen Mine in Deutschland.

Die beiden neuen Species wurden auf die Namen "Kribbella catacumbae" und "Kribbella sancticallisti" getauft. Sie seien an zwei sehr nahe liegenden Orten in den Gräbern entdeckt worden: "Das zeigt, dass kleinste Veränderungen im Micro-Umfeld zum Heranwachsen von verschiedenen Bakterien führen können", erklärte Urzì.

Die Callistus-Katakomben sind zwischen dem 2. und 4. Jahrhundert n. Chr. gebaut worden. Sie erstrecken sich über 15 Hektar und ihre Gänge erreichen auf mehreren Stockwerken eine Länge von 20 Kilometern. Vermutlich bis zu einer halben Million Christen, ein Dutzend Märtyrer und 16 Päpste wurden hier beigesetzt.

Abstract der Studie "Kribbella catacumbae sp. nov. and Kribbella sancticallisti sp. nov., isolated from whitish-grey patinas in the catacombs of St Callistus in Rome, Italy" im International Journal of Systematic and Evolutionary Microbiology

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