Ärzte Zeitung online, 15.10.2008

Kind stirbt nach massiven Misshandlungen - Prozessbeginn

BIELEFELD (dpa). Ein halbes Jahr nach dem grausamen Tod eines knapp zweijährigen Jungen steht der Lebensgefährte der Mutter in Bielefeld vor Gericht. Der Mann muss sich laut Anklage wegen sexuellen Missbrauchs, Körperverletzung und Mordverdachts verantworten.

Um den Missbrauch zu verdecken, soll er den Körper des kleinen Jungen mit Wucht auf Steinplatten vor dem Haus in Minden (Nordrhein-Westfalen) geschlagen haben. Das Kind erlitt schwere Schädel-Hirnverletzungen, an denen es vier Tage später im Krankenhaus starb. Der 24-Jährige wollte sich zu Prozessbeginn am Mittwoch nicht äußern. Sein Verteidiger kündigte eine spätere Einlassung an.

Nach Angaben einer Rechtsmedizinerin fanden sich am Körper des Jungen zudem zahlreiche Hämatome. Ein Sturz des Kindes sei als Ursache der Verletzungen auszuschließen. Außerdem bestehe kein Zweifel am sexuellen Missbrauch. Früheren Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der 24-Jährige die Tat bereits gestanden.

Die Familie hatte zuvor Erziehungshilfe vom Jugendamt bekommen. Anzeichen für Gewalt habe es nicht gegeben, teilte die Stadt Minden damals mit. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird am 30. Oktober erwartet.

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