Ärzte Zeitung online, 15.10.2008

Tod am Arbeitsplatz: 241 schwere Unfälle im ersten Halbjahr 2008

BERLIN (dpa). Im ersten Halbjahr 2008 sind nach Angaben der gesetzlichen Unfallversicherung 241 Menschen in Deutschland durch Arbeitsunfälle ums Leben gekommen. Auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz verunglückten darüber hinaus 211 Menschen tödlich.

Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 sind die Zahlen der Todesfälle damit aber leicht gesunken. Durch Arbeitsunfälle starben 73 Menschen weniger, die Zahl der Wegeunfälle ging um 11 zurück.

Insgesamt gab es im Vergleich zu den ersten sechs Monaten des Jahres 2007 rund 10 000 Arbeitsunfälle mehr, teilte die Gesetzliche Unfallversicherung am Mittwoch in Berlin mit. Die Gesamtzahl stieg damit 2008 auf 484 432. Der Versicherung müssen alle Unfälle gemeldet werden, die mehr als drei Tage lang arbeitsunfähig machen. Den Anstieg der Unfallzahl erklärt sich die Kasse mit der besseren Konjunktur im ersten Halbjahr 2008. Die Sicherheit am Arbeitsplatz sei "unverändert sehr hoch".

26 768 Unfälle mehr als im Vorjahreszeitraum gab es auch an Schulen. Damit stieg die Zahl der meldepflichtigen Schulunfälle 2008 auf 704 713. Doch auch hier geht die Versicherung nicht von Sicherheitsmängeln aus. Sie vermutet eher, dass die Kinder mehr Zeit in Schulen verbringen - zum Beispiel in Ganztagseinrichtungen. Die Frage soll noch genau geklärt werden.

Mehr Sorgen macht der Unfallversicherung der Schulweg der Kinder und Jugendlichen. Hier gab es im ersten Halbjahr dieses Jahres 61 666 Unfälle - das waren 2646 Unglücke mehr als in den ersten sechs Monaten 2007. Die Zahl der tödlichen Unfälle stieg um 2 auf 37. Davon ereigneten sich 6 Unfälle in der Schule, 31 dagegen auf dem Schulweg.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Der kleine Unterschied ist größer als gedacht

Krankheiten verlaufen bei Männern und Frauen unterschiedlich, das ist bekannt. Die Gendermedizin deckt immer mehr die geschlechtsspezifischen Besonderheiten auf. mehr »

Neue Leitlinie stärkt medikamentöse ADHS-Therapie

In den neuen S3-Leitlinien zu ADHS wird die medikamentöse Therapie bei mittelschweren Symptomen gestärkt. Experten betonen aber, dass die Arzneien nur ein Teil eines umfassenden Therapiekonzepts sein dürfen. mehr »

Prä-Op-Labor - Kein Einfluss auf den Bonus

Mit der Laborreform hat sich der Blick verstärkt auf das Prä-Op-Labor gerichtet. Das soll nicht auf die Laborkosten angerechnet werden. mehr »