Ärzte Zeitung online, 06.11.2008

EU-Parlamentarier für strengere Gesetze bei Kinderspielzeug

BRÜSSEL (dpa). Im Europaparlament zeichnet sich eine Mehrheit für strengere Auflagen bei der Herstellung von Kinderspielzeug ab. Der federführende Binnenmarktausschuss stimmte am Donnerstag in Brüssel für eine entsprechende Überarbeitung der EU-Spielzeugrichtlinie. In Zukunft sollen Stoffe verboten werden, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen, Allergien auszulösen oder das Erbgut zu schädigen.

Außerdem sollen die Warnhinweise auf den Verpackungen verbessert werden. Weiter erlaubt sein soll aber das Überraschungs-Ei. Hierum hatte es zuvor heftigen Streit gegeben.

Das Parlamentsplenum will das neue Regelwerk noch im Dezember verabschieden. Auch die 27 EU-Staaten müssen zustimmen. Die Europäische Kommission hatte im Januar den Vorschlag für die Überarbeitung der 20 Jahre alten Spielzeug-Richtlinie vorgelegt.

Verboten werden sollen gefährliche Chemikalien und Schwermetalle in Teddybären, Autos, Puppen und anderen Spielsachen. Davon ausgenommen sind Batterien, Mikrochips oder andere Teile im Inneren des Spielzeugs, mit denen die Kinder nicht in Kontakt kommen. Außerdem gibt es strengere Regeln für Kleinteile, die Kinder verschlucken könnten.

Europaabgeordnete aus mehreren Fraktionen begrüßten das Votum. "Die neue Richtlinie bedeutet ein dringend benötigtes Mehr an Sicherheit für unsere Kinder", sagte die SPD-Parlamentarierin Evelyne Gebhardt. "Die aufsehenerregenden Rückrufaktionen für gefährliches Spielzeug, die wir in den letzten Jahren erlebt haben, zeigen, dass die bisherigen Regelungen nicht mehr auf Höhe der Zeit sind."

Sie kritisierte aber, dass Hersteller weiterhin durch das CE-Zeichen die Sicherheit ihrer Spielsachen selbst zertifizieren können. "Strengere Sicherheitsregeln machen nur Sinn, wenn sie von unabhängigen Dritten kontrolliert und zertifiziert werden", sagte sie. "Das muss beim Spielzeug genauso selbstverständlich sein, wie wenn wir mit dem Auto zum TÜV gehen."

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