Ärzte Zeitung online, 14.11.2008

"Schwangerer Mann" in den USA erwartet sein zweites Kind

SAN FRANCISCO (dpa). Ein transsexueller Amerikaner, der im vergangenen Frühjahr als "schwangerer Mann" weltweit Schlagzeilen machte, erwartet sein zweites Kind. Das Baby werde im Juni zur Welt kommen, erzählte Thomas Beatie der amerikanischen Star-Moderatorin Barbara Walters. "Ich fühle mich sehr gut."

Er habe nach der Geburt seiner ersten Tochter auf die Einnahme des männlichen Hormons Testosteron verzichtet, um noch einmal schwanger zu werden. Beaties Ehefrau Nancy kann nach einer Gebärmutteroperation keine Kinder mehr bekommen.

Nach Angaben des Senders ABC sollte die Sendung mit dem werdenden Vater am Freitagabend (Ortszeit) ausgestrahlt werden. Es ist das erste Fernsehinterview Beaties seit der Geburt von Töchterchen Susan Juliette im vergangenen Juni.

Drei Wochen nach der Geburt hatte sich der 34-jährige Beatie von der US-Zeitschrift "People" mit dem Baby ablichten lassen. "Sie ist ganz pflegeleicht, ruhig und intelligent", zitierte das Blatt damals den Mann. Er hatte das Kind am 29. Juni in einem Krankenhaus in Bend (US-Bundesstaat Oregon) auf natürliche Weise zur Welt gebracht. Nach Angaben der Eltern zogen sich die Wehen über 40 Stunden hin.

Zuvor gingen Bilder des "schwangeren Mannes" mit dickem Bauch und Bartwuchs um die Welt. In der populären TV-Show von Oprah Winfrey ließ er sich bereitwillig seinen Bauch befühlen und gab Auskunft über sein Sexleben.

Beatie hatte mehr als 20 Jahre als Frau gelebt, sich vor gut zehn Jahren aber zu einer teilweisen Geschlechtsumwandlung entschlossen, bei der unter anderem die Brüste entfernt wurden. Er besitzt aber noch Eierstöcke und Gebärmutter und war dadurch in der Lage, schwanger zu werden und ein Kind auszutragen.

Heute lebt er rechtlich als Mann mit seiner 46-jährigen Ehefrau Nancy zusammen. Das Paar hatte sich zur "männlichen Schwangerschaft" durch künstliche Befruchtung entschlossen, weil Nancy nach der Unterleibsoperation nicht mehr schwanger werden konnte. Die künstliche Befruchtung erfolgte mit einem eigenen Ei und Spendersamen.

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