Ärzte Zeitung online, 18.11.2008
 

Sechsjähriges Albino-Mädchen in Burundi ermordet und verstümmelt

NAIROBI/RUYIGI (dpa). Ein sechs Jahre altes Albino-Mädchen ist in Burundi ermordet und verstümmelt worden. Der britische Rundfunksender BBC berichtete am Montag, Kopf und Glieder des Mädchens seien von der Leiche abgetrennt worden. Das Verbrechen in der Provinz Ruyigi ist der dritte Mord dieser Art seit September.

Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass die Körperteile des Mädchens an Medizinmänner im benachbarten Tansania verkauft werden, wo allein in diesem Jahr mehr als 30 Albinos ermordet wurden. Die kriminellen "Zauberdoktoren" glauben, Blut und Körperteile von Albinos hätten magische Kräfte (wie berichtet). Die Familie des Mädchens, die sich nach Bekanntwerden der Morde im September wochenlang versteckt hatte, war den Angaben zufolge erst vor kurzem in ihr Haus zurückgekehrt.

In den vergangenen Tagen waren in Tansania mehrere Angriffe auf Albinos bekannt geworden. So hatten bewaffnete Männer zwei Frauen mit Macheten verletzt, weil sie sich weigerten, ihre an Albinismus leidenden Kinder auszuliefern.

Albinismus ist eine Erbkrankheit. Den Betroffenen fehlt das hautfärbende Pigment Melanin, weshalb sie meist eine sehr helle Haut und weiße Haare haben. Häufig haben Albinos auch eine Sehstörung. In Afrika kommt nach Schätzungen der südafrikanischen Albinismus- Vereinigung ein Albino auf 4000 Menschen, andere Schätzungen sprechen von einem Verhältnis eins zu 17 000.

Topics
Schlagworte
Panorama (31087)
Organisationen
BBC (436)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

"Super Mario" hält Senioren geistig fit

3D-Computerspiele trainieren die räumliche Orientierung älterer Menschen - und schützen einer Studie zufolge vor Demenz. mehr »

Das "Gewebefenster" ist wichtig!

Warum nach sechs Stunden keine Thrombektomie mehr veranlassen, wenn es noch gute Chancen auf funktionelle Verbesserungen gibt? Das fragen sich wohl viele Neuroradiologen. mehr »

Werden CAR-T-Zellen Standard?

Die FDA-Zulassung der ersten Therapie mit CAR-T-Zellen hat in diesem Jahr für Aufsehen gesorgt. Experten beim ASH-Kongress sind überzeugt, dass die Therapie bei immer mehr Patienten Anwendung finden wird. mehr »