Ärzte Zeitung online, 20.11.2008

Bäcker kämpfen ums Salz im Brot - Sorge um Werbeverbot

BERLIN (dpa). Die deutschen Bäcker kämpfen für ihr würzig gesalzenes Brot. Die EU-Kommission wolle bis zum 19. Januar 2009 Nährwertprofile als Richtschnur für gesunde Lebensmittel vorgeben und damit unter anderem den in Deutschland üblichen Salzanteil im Brot auf ein Prozent halbieren, kritisierten Branchenverbände in Berlin.

"Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum ausgerechnet beim Brot der wichtige Geschmacksfaktor Salz reduziert (...) werden soll", monierte Peter Becker, der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks.

Nach Angaben von Hauptgeschäftsführer Eberhard Groebel werden höhere Salzanteile am Brot als ein Prozent künftig zwar nicht zu Verkaufsverboten führen, wohl aber zu bedingten Werbeverboten: "Kein Bäcker kann dann noch bei den vom deutschen Verbraucher gewünschten Salzanteil damit werben, dass der Verzehr des Brotes die Gesundheit oder die Verdauung fördert."

Der EU-Dachverband der Bäcker CEBP will deshalb im Frühjahr alle Kandidaten für das 2009 zu wählende Europaparlament fragen, ob man es dort nicht zu weit treibt mit der Bürokratie und einer "künstlichen Vereinheitlichung des Geschmacks" in Europa. Gleichzeitig wollen die deutschen Bäcker ihren Kunden dann zum Vergleich Proben mit und fast ohne Salz hinhalten.

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