Ärzte Zeitung, 11.12.2008

In Tomiceks Karikaturenwelt bekommt jeder sein Fett weg

Jürgen Tomiceks pfiffige Karikaturen auf Seite 2 der "Ärzte Zeitung" laden täglich zum Schmunzeln ein. Seine Top-Werke 2008 sind in einem Buch erschienen.

Von Pete Smith

"Wer wollte sich hier über längere Wartezeiten beschweren?"

Stammzellforschung, Gesundheitsfonds, Honorarstreit zwischen Ärzten und Kassen - der Werler Karikaturist Jürgen Tomicek, dessen Spitzen täglich auf Seite 2 der "Ärzte Zeitung" zum Schmunzeln einladen, nimmt das deutsche Gesundheitswesen seit Jahr und Tag unter die Lupe. Seine besten Karikaturen 2008 sind jetzt in einem kommentierten Jahrbuch erschienen.

... Stammzellenforschung in Deutschland

Ein verschüchterter Bundesbürger steht vor einem Topf mit der Aufschrift "Gesundheitsfonds". "Ist es ein tiefes Loch, Frau Schmidt?", fragt er hinein. Eine Hand streckt sich ihm entgegen: "Taschenlampe!"

Mit Humor und spitzer Feder

So sieht Tomiceks Antwort auf das Gezackere ums Herzstück der Gesundheitsreform, den Gesundheitsfonds, aus. Der politische Karikaturist aus Werl in Westfalen hat wie in den vergangenen Jahren auch in diesem Jahr die Auseinandersetzungen im deutschen Gesundheitswesen kritisch kommentiert - mit viel Humor und spitzer Feder. Kein Wunder, dass sich der Industriekaufmann und Polizist in dieser komplizierten Materie so gut auskennt: Als Karikaturist der "Ärzte Zeitung" hat er sich auf seinem Gebiet längst zu einem anerkannten Experten entwickelt.

Jeder bekommt dabei sein Fett weg. Als die Bundesärztekammer auf eine entsprechende Studie der Universität Köln reagierte und längere Wartezeiten für Kassenpatienten einräumte, zeichnete Tomicek ein von Spinnweben umgebenes Skelett im Wartezimmer, das die derbe Frage des Arztes nicht mehr vernimmt: "Wer wollte sich hier über längere Wartezeiten beschweren?"

Kassen-Patient

Einige Monate später steht der "Not-Arzt" im weißen Kittel Geige spielend vor seiner Praxis und bittet um mildtätige Spenden. Bis ihn ein Ruf von drinnen wieder hereinholt: "Sie können aufhören, Herr Doktor, die Honoraranhebung ist durch!"

Und die Forderung der Ärztekammer, Tabak-Abhängigkeit als Krankheit einzustufen, kommentiert Tomicek mit dem Bild eines Zigarettenautomaten, auf den jemand ein Schild "Praxisgebühr" geklebt hat. Neben dem Gesundheitswesen gab es im laufenden Jahr viele weitere Themen, denen sich Tomicek gewidmet hat.

Zu Beginn des Jahres etwa trat in elf Bundesländern ein Rauchverbot in Kraft. Tomicek schickt einen Mann zum Müllcontainer, um seine "Guten Vorsätze" zu entsorgen. Doch im Container sitzt bereits sein Nachbar - mit einer qualmenden Zigarette. Der öffentliche Raum für die Raucher ist eben knapp geworden…

Industriekaufmann, Polizist, Schnellzeichner

Selbstverständlich darf auch die Bankenkrise in Tomiceks Jahrbuch nicht fehlen. Der Karikaturist dreht den Spieß einfach um und lässt den Bankangestellten eine Waffe auf den Räuber richten: "Wenn Banken in Not geraten…", lautet der lapidare Kommentar.

Die Kanzlerin hält am Gesundheitsfonds fest

Jürgen Tomicek wurde 1957 in Kempten im Allgäu geboren. Zunächst ließ er sich zum Industriekaufmann ausbilden, wechselte jedoch kurz darauf zur Polizei, für die er nach seiner Lehre viele Jahre mit dem Motorrad über rheinisch-westfälische Straßen fuhr. Berufliche Stationen führten ihn über Köln und Dortmund schließlich nach Werl im Kreis Soest. Hier ließ er sich endgültig nieder und begann in seiner Freizeit (wieder) zu zeichnen.

Unter anderem illustrierte er Bücher (etwa zur Geschichte des Schutzmanns) und arbeitete für die Gewerkschaftszeitung der Polizei. Der Durchbruch gelang ihm Anfang der 1980er Jahre, als ihn die "Westfalenpost" in Werl als Schnellzeichner gewann.

Heute zählt Jürgen Tomicek zu den renommiertesten politischen Karikaturisten Deutschlands. Seine Zeichnungen, die in Millionenauflagen erscheinen, schickt er täglich an etwa 50 Redaktionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit 1989 gibt er auch Jahrbücher heraus, die das politische Geschehen abbilden. Mehrfach wurde Tomicek für sein Schaffen ausgezeichnet. 2007 erhielt er den Deutschen Preis für die politische Karikatur.

Tomicek-Karikaturenbuch mit Hand-Signatur

Tomiceks Top-Karikaturen 2008 sind in einem Buch erschienen. Für Leser der "Ärzte Zeitung", die das Werk nicht per Buchhandel, sondern direkt beim Verlag bestellen, gibt es auf Wunsch ein handsigniertes Exemplar.

www.verlag-tomicek.de, Bestellformular ausfüllen, Hinweis im Mitteilungsfeld: "Ärzte Zeitung-Leser, bitte signieren".

Bestellung mit Signatur-Wunsch auch per Telefon: 02922-97630 oder Fax: 02922-976313.

Tomicek: Die besten Karikaturen 2008. Verlag Tomicek. Werl 2008. 96 Seiten. 13,80 Euro. ISBN: 978-3-9811854-1-6.

Weitere Infos: www.tomicek.de

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