Ärzte Zeitung online, 04.12.2008

Hoffnung für Marcos leukämiekranken Vater: Spender gefunden

UELZEN (dpa). Nach etlichen Schicksalsschlägen gibt es drei Wochen vor Weihnachten eine gute Nachricht für Marco aus Uelzen: Für seinen an Leukämie erkrankten Vater sei ein Stammzellenspender gefunden worden, teilte der in der Türkei wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-jährigen Britin angeklagte Schüler am Donnerstag mit.

Sein Vater werde nach Weihnachten die Chemotherapie beginnen, danach folge die Transplantation der Stammzellen, hieß es in einer E-Mail, die der dpa vorliegt. Marco hatte Ende November ein Buch über seine Leidenszeit in türkischer Haft veröffentlicht. Daraufhin legten seine deutschen Anwälte ihr Mandat nieder.

   "Ich werde meinem Vater in dieser nicht einfachen Zeit zur Seite stehen, so wie er mich stets mit aller Kraft unterstützt hat", schreibt der 18-Jährige. Die Erkrankung seines Vaters sei auch ein Grund gewesen, die ursprünglich für einen späteren Termin vorgesehene Veröffentlichung des Buches vorzuziehen.

Marco war am 12. April 2007 in seinem türkischen Urlaubshotel festgenommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, die damals 13-jährige Charlotte aus England sexuell missbraucht zu haben. Marco hat das stets bestritten und sprach von einvernehmlichen Zärtlichkeiten nach einem Kennenlernen in der Disco. Erst kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres wurde er aus türkischer Untersuchungshaft entlassen. Die Fortsetzung seines Prozesses ist inzwischen auf den 10. April 2009 verschoben worden.

In dem Buch "Marco W. - meine 247 Tage im türkischen Knast" zeichnet der Schüler sein Schicksal vom Urlaubsflirt mit Charlotte, über die Verhaftung im Hotel und die ersten Vernehmungen bis hin zur achtmonatigen Untersuchungshaft nach. Während Marcos deutsche Anwälte daraufhin ihren Hut nahmen, wollen die türkischen Kollegen die Verteidigung fortsetzen.

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