Ärzte Zeitung online, 05.12.2008

Kunstsammlung Rau geht an UNICEF über - Erbschein erhalten

KÖLN (dpa). Die UNICEF-Stiftung hat am Donnerstag den Erbschein für den Nachlass des Kunstsammlers Gustav Rau erhalten. Das teilte UNICEF Deutschland in Köln mit. Damit geht ein jahrelanger Streit um die Kunstwerke zu Ende. Die Sammlung Rau umfasst insgesamt 740 Werke mit einem Schätzwert von mehreren hundert Millionen Euro.

Der Nachlass besteht aus mehr als 100 Kunstwerken; 621 Werke hatte Rau dem UN-Kinderhilfswerk bereits vor seinem Tod geschenkt. Um den Nachlass hatte es jahrelange juristische Auseinandersetzungen gegeben.

Zur Sammlung gehören unter anderem Werke von Lucas Cranach, Claude Monet, Paul Cezanne, Max Liebermann und August Macke. Ein Teil der Sammlung soll vom kommenden Jahr an im Arp-Museum in Remagen (Rheinland-Pfalz) gezeigt werden. Den Rest will UNICEF verkaufen.

"Es ist gut, dass wir jetzt Rechtssicherheit haben", sagte der Vorsitzende des Deutschen UNICEF-Komitees, Jürgen Heraeus. "Damit kommen die Erträge des Erbes endlich und dauerhaft denen zugute, für die Gustav Rau sie bestimmt hatte: den Kindern der Welt."

Der 2002 gestorbene Arzt Rau hatte die UNICEF-Stiftung als Erbin eingesetzt. Dagegen hatten eine schweizerische Stiftung sowie Angehörige des Arztes, die zuvor als Erben eingesetzt gewesen waren, geklagt. Sie argumentierten, Rau sei nicht geschäftsfähig gewesen. Das Landgericht Konstanz entschied jedoch, dass UNICEF die rechtmäßige Erbin der Sammlung ist.

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