Ärzte Zeitung online, 05.12.2008

Sensor im Autoschlüssel erkennt Alkohol-Fahne

MÜNCHEN (dpa). Erst pusten, dann fahren: Ein Sensor im Autoschlüssel soll künftig Alkohol-Fahnen erkennen und Autofahrer davor schützen, betrunken die Straßen unsicher zu machen. Das Elektrounternehmen Siemens teste die Technik derzeit bei einem Autohersteller, teilte der Konzern am Freitag in München mit.

"Der Fahrer muss nur einen Augenblick in den Sensor am Schlüssel blasen, bis der genaue Messwert vorliegt", sagte ein Sprecher. "Übersteigt der Wert die Grenze von 0,5 Promille, schaltet der Schlüssel ab, und der Wagen springt nicht mehr an." Der Sensorchip sei etwa so groß wie ein Reiskorn und so präzise, dass er mit Polizeimessgeräten verglichen werden könne.

Er messe mit einem Metalloxid, das auf Gase reagiert, den Alkoholwert der Luft aus der Lunge und nicht aus dem Mund. "Die Technik ist sicher, sehr genau und entspricht der EU-Norm, die nur eine Abweichung von 0,014 Promille erlaubt", sagte der Sprecher. Die Technik könne in Autos, Bussen, Lastwagen oder auch Arbeitsmaschinen eingesetzt werden, "um Schäden durch Trunkenheit vorzubeugen".

Einen Schwachpunkt hat das Verfahren allerdings: Niemand kann garantieren, dass auch wirklich der Fahrer in den Schlüssel pustet und nicht der Beifahrer. "Da bleibt uns nichts übrig, als an die Vernunft der Fahrer zu appellieren", sagte der Siemens-Sprecher.

Verschiedene Autohersteller arbeiten bereits seit einigen Jahren an Möglichkeiten, Betrunkene mit technischen Sperren vom Fahren abzuhalten. Ähnliche Geräte wie der Alkohol-Senor im Autoschlüssel kamen in den USA bereits Ende der 1980er Jahre auf den Markt. Als "technischer Bewährungshelfer" wurden sie in Autos von Fahrern eingebaut, die ihren Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer hatten abgeben müssen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurde im Jahr 2007 jeder neunte Verkehrstote Opfer eines Alkoholunfalls.

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