Ärzte Zeitung online, 22.12.2008

Ärzte ohne Grenzen: Hilfe in Krisengebieten immer schwerer

BERLIN (dpa). Humanitäre Einsätze in Krisengebieten werden nach Angaben der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" durch Gewalt und politische Konflikte immer schwerer. In vielen Ländern gebe es kaum noch Chancen, den Opfern zu helfen, teilte Ärzte ohne Grenzen in Berlin mit.

Trotz ihrer Neutralität und Unabhängigkeit könnten Hilfsorganisationen etwa in Somalia, Pakistan, Sudan und im Irak nur noch eingeschränkt präsent sein. In diesen und anderen Ländern spielten sich die schwersten humanitären Krisen ab, wie aus einer am Montag veröffentlichen Liste hervorgeht.

In Pakistan, wo im Nordwesten des Landes Hunderttausende vor Luftangriffen und Bombardierungen gegen Aufständische auf der Flucht sind, könnten die Notleidenden nur noch begrenzt unterstützt werden. In Somalia seien angesichts der politischen Lage keine internationalen Helfer von "Ärzte ohne Grenzen" mehr im Einsatz, die Projekte würden von Einheimischen weitergeführt.

In Myanmar und Simbabwe, wo das Gesundheitswesen für die Regierungen keine Priorität hat oder humanitäre Missionen mit Argwohn betrachtet werden, sei Hilfe nur noch eingeschränkt möglich. Dabei kümmerten sich diese Organisationen oft als einzige um die überwältigende Not.

Infektionen mit HIV und Tuberkulose sowie die Mangelernährung seien die Ursache für den Tod von bis zu fünf Millionen Kindern jedes Jahr, heißt es weiter in dem Bericht. Das Leid vieler Menschen in Konflikten und Krisengebieten werde nur noch eingeschränkt wahrgenommen, sagte der internationale Präsident von "Ärzte ohne Grenzen", Dr. Christophe Fournier.

www.aerzte-ohne-grenzen.de

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