Ärzte Zeitung online, 19.02.2009

Biobranche soll mehr Vertrauen aufbauen

NÜRNBERG (dpa). Die Biobranche kann nach Ansicht von EU-Landwirtschaftskommissarin Mariann Fischer Boel nur dann ohne Schaden durch die Wirtschaftskrise kommen, wenn sie noch stärker um das Vertrauen der Verbraucher wirbt. Das forderte Fischer Boel bei der Eröffnung der Messe BioFach am Donnerstag in Nürnberg.

Die ganze Branche müsse an der Entwicklung des für 2010 geplanten, europaweit einheitlichen Ökologos mitarbeiten. "Wir müssen den Konsumenten glaubwürdig versichern, dass da, wo Bio draufsteht, auch Bio drin ist." Den Menschen müsse klar sein, wie auf einem Biobauernhof gearbeitet werde und was ökologischer Landbau bedeute.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) warb für eine breitere Palette von Bioprodukten und lobte unter anderem die Entwicklungen bei der Kosmetik. "Bei der Pflege von Leib und Seele setzen immer mehr Menschen auf Produkte aus natürlichem Anbau", sagte sie. "Wer zum Bioapfel greift, möchte auch bei Cremes nicht auf Bio verzichten." Die Regierung werde deshalb weiterhin in die Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher und nachhaltig hergestellter Produkte investieren.

Bei der BioFach und der angeschlossenen Kosmetikmesse Vivaness zeigen rund 2720 Aussteller Neues vom Biomarkt. Bis zum 22. Februar werden zu der weltgrößten Messe dieser Art 46 000 Fachbesucher erwartet. Schwerpunkte sind in diesem Jahr neben Lebensmitteln auch Ökokleidung und fair gehandelte Produkte. Die Branche blickt trotz weltweiter Rezession optimistisch in die Zukunft. Vergangenes Jahr wurden in Deutschland 5,8 Milliarden Euro mit Bioprodukten umgesetzt, ein Plus von zehn Prozent.

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