Ärzte Zeitung online, 26.02.2009

Flugzeugabsturz in Amsterdam: Sorge um Schwerverletzte

AMSTERDAM (dpa). Nach dem Absturz einer Boeing 737 der Turkish Airlines bei Amsterdam mit neun Toten ringen holländische Ärzte um das Leben mehrerer besonders schwer verletzter Passagiere. Am Donnerstagmorgen galt der Zustand von sechs Menschen noch als lebensbedrohlich. Insgesamt waren 86 der 134 Insassen des Flugzeugs verletzt worden, 24 von ihnen schwer.

Zur Ursache des Absturzes gebe es noch keine wesentlichen Erkenntnisse, sagte der Leiter der Untersuchung, Pieter van Vollenhoven. In einem Fernsehinterview äußerte sich der Experte "sehr überrascht" darüber, dass es nicht noch mehr Tote gegeben habe. Die drei Piloten im Cockpit seien durch eine beim Aufprall auf den Boden herausbrechende Instrumententafel erschlagen worden. Die Maschine war auf einen Acker unweit des Flughafens Schiphol und der Autobahn A9 gestürzt.

Das Flugzeug brach in drei Teile. Die Triebwerke wurden abgerissen, wobei eines weit von der Maschine weggeschleudert wurde. Derweil mehrten sich Hinweise, dass der Absturz durch einen Ausfall beider Triebwerke verursacht worden sein könnte. "Wahrscheinlich ist etwas mit den Antrieben schiefgegangen", sagte der Experte Michel van Tooren von der Technischen Universität Delft. Spekulationen, wonach der Maschine der Treibstoff ausgegangen sein könnte, wurden nicht bestätigt. Experten schlossen nicht aus, dass der Pilot wegen technischer Probleme auf dem Feld notlanden wollte. Einen entsprechenden Funkspruch gab es jedoch nicht.

Die niederländische Königin Beatrix sprach den Angehörigen der Toten ihr tief empfundenes Beileid aus. Auch Ministerpräsident Jan-Peter Balkenende kondolierte - ebenso wie tausende Menschen, die auf einer eigens eingerichteten Website Trauer und Bestürzung bekundeten. Bei einem Besuch der Unglücksstelle lobte Balkenende den "professionellen Einsatz" aller Rettungskräfte. Dadurch seien viele Menschen in sehr kurzer Zeit aus den Trümmern des Flugzeugs geborgen und die Verletzte sehr schnell in Krankenhäuser gebracht worden.

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