Ärzte Zeitung online, 03.03.2009

Fall Lea-Marie: Experte sieht Nachlässigkeit bei Ärzten

GÜSTROW (dpa). Nachlässigkeiten der behandelnden Ärzte haben das Leiden der kleinen Lea-Marie aus Teterow (Mecklenburg-Vorpommern) um Jahre verlängert. Das sagte ein als Sachverständiger geladener Rechtsmediziner am Dienstag vor dem Amtsgericht in Güstrow.

Die Mutter hatte dem Kind immer wieder ätzenden Kalkreiniger und Essigessenz eingeflößt. Zudem hatte die inzwischen verurteilte Frau das Mädchen mit heißem Wasser verbrüht. Obwohl die Verletzungen nicht zu den Angaben der Mutter passten, seien Rechtsmediziner lange Zeit nicht hinzugezogen worden, so der Rechtsmediziner. Vermutlich habe es schon 2003 hinreichende Gründe für eine Strafanzeige geben.

Erst 2006, als das Kind mit lebensbedrohlichen Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden war, waren Ermittlungen gegen die Mutter in Gang gekommen. Das Mädchen hat bleibende Schäden davongetragen, es lebt heute in einer Pflegefamilie. Vor dem Amtsgericht muss sich eine frühere Mitarbeiterin des Jugendamtes Güstrow wegen fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen verantworten. Sie soll Hinweise darauf, dass das Kind in Gefahr war, nicht ausreichend beachtet haben. Noch am Dienstag soll das Urteil gesprochen werden.

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Kindesmisshandlung: Ärztin reagierte nicht auf Hinweise

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