Ärzte Zeitung online, 20.03.2009

Risiko von Schönheitsoperationen wird oft unterschätzt

ROSTOCK (eb). Facelifting und straffe Bäuche: Die Schönheitschirurgie boomt. Immer mehr Menschen lassen sich aus ästhetischen Gründen operieren. Chirurgen aus dem Universitätsklinikum Rostock warnen vor möglichen Gefahren derartiger Operationen und mahnen eine verstärkte Qualitätskontrolle an.

Dazu gehöre die verantwortungsbewusste Beratung und Auswahl der Patienten ebenso wie die Beschäftigung mit möglichen Komplikationen und den Grenzen der Machbarkeit schönheitschirurgischer Eingriffe. Mit diesen Themen befasst sich eine Tagung am 20. und 21. März, zu der Chirurgen aus ganz Deutschland und dem Ausland in Rostock erwartet werden.

"Die Menschen habe das Bedürfnis, gut auszusehen. Mit diesem Bedürfnis wächst gegenwärtig auch die Bereitschaft, operative Veränderungen am Körper vornehmen zu lassen", stellt Privatdozent Bassam Saka von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am Uniklinikum Rostock fest. Damit wüchsen jedoch auch die Anforderungen an plastisch tätige Chirurgen. "Deren Selbstkontrolle muss verstärkt werden, damit die bundesweit stark ansteigende Nachfrage ohne qualitative Beeinträchtigungen aufgefangen werden kann", so Saka.

Die Qualitätskontrolle der Behandlungen beginne bereits bei der Auswahl der Patienten, die bestimmte Voraussetzungen für eine erfolgreiche Operation mitbringen müssten, sagt Saka. So müsse erkennbar sein, dass die Patienten unter ihren physischen Besonderheiten tatsächlich leiden - und dass die gewünschten Veränderungen operativ machbar und ethisch vertretbar sind.

Während der Rostocker Tagung steht die Schönheitschirurgie im Kontext der plastischen Chirurgie, deren Methoden und Möglichkeiten auch Menschen nach Unfällen oder schweren Erkrankungen helfen können. Auch aktuelle Forschungsansätze wie der Einsatz von Stammzellen in der plastischen Chirurgie werden vorgestellt. Erwartet werden rund 70 Teilnehmer.

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