Ärzte Zeitung online, 23.03.2009

Ärzte kritisieren israelisches Vorgehen im Gaza-Streifen

Tel Aviv (dpa). In Israel reißt die Kritik an dem 22 Tage langen Militäreinsatz im Gazastreifen nicht ab. Die Organisation "Ärzte für Menschenrechte" warf der Armee am Montag vor, sie habe während des Gaza-Feldzuges um den Jahreswechsel wiederholt die Ethikrichtlinien verletzt und das Leben von Palästinensern gering geschätzt.

Soldaten hätten in einigen Fällen nicht gestattet, dass Verletzte in Sicherheit gebracht wurden. Auch Eingeschlossene hätten tagelang ohne Wasser und Nahrung ausharren müssen. In anderen Fällen hätten Soldaten Ärzteteams der Palästinenser den Zugang zu Verwundeten verwehrt. Als Folge seien einige Menschen verblutet.

Nach Angaben der Ärzteorganisation wurden 41 Palästinenser, die im Gesundheitsbereich arbeiteten, getötet. Darüber hinaus habe die Armee 34 Gesundheitszentren angegriffen. Solche Angriffe verletzten das internationale humanitäre Völkerrecht. Die israelische Armee zeigte sich bislang zurückhalten auf die Kritik. Die Vorfälle würden derzeit noch untersucht.

Die Soldaten seien vor Beginn der Kämpfe angewiesen worden, mit größter Vorsicht zu agieren, um keinen Schaden an medizinischen Einrichtungen anzurichten. Die Armee warf der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen vor, sie habe während der Kämpfe Einrichtungen des Gesundheitswesens für Terroraktionen genutzt. Außerdem habe sie Krankenwagen beispielsweise für den Transport von Waffen und Kämpfern benutzt. Krankenhäuser hätten als Verstecke gedient. Nach Angaben der Armee war es schwierig, während der Kämpfe Verletzte zu bergen.

Vor der Ärzteorganisation hatten bereits die Palästinenser, internationale Menschenrechtsorganisationen sowie Soldaten und Offiziere der israelischen Armee Kritik an dem Einsatz geübt. Die Armeeangehörigen sprechen davon, dass Palästinenser mutwillig getötet worden seien und ihr Eigentum mit Absicht zerstört wurde. Die Armee hat eine interne Untersuchung angekündigt. Menschenrechtler fordern hingegen eine internationale Untersuchung.

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