Ärzte Zeitung online, 30.03.2009

Großdemonstration gegen Lockerung des Abtreibungsrechts in Madrid

MADRID (dpa). Mehrere Zehntausend Menschen haben am Sonntag in Madrid gegen die geplante Lockerung des Abtreibungsrechts in Spanien protestiert. Unter dem Motto "Es gibt kein Recht zu töten, nur ein Recht auf Leben" forderten die Demonstranten die sozialistische Regierung auf, die vorgesehene Reform fallen zu lassen.

Zu dem "Marsch für das Leben" hatten mehrere katholische Bürgerinitiativen mit Unterstützung der Bischofskonferenz aufgerufen. Diese wirft der Regierung in einer umstrittenen Kampagne vor, Tiere mehr zu schützen als das ungeborene Leben. Einzelne Bischöfe hatten Abtreibung im Vorfeld der Kundgebung mit Terrorismus gleichgesetzt.

Die Veranstalter sprachen von einer halben Million Teilnehmern, die Polizei dagegen von etwa 10 000 Demonstranten. Auch in mehreren anderen spanischen Städten gingen Abtreibungsgegner auf die Straße. Obwohl die konservative Opposition die Reform ebenfalls ablehnt, distanzierte sie sich von den Protesten. Die Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero will noch in diesem Jahr die in Spanien geltende Indikationsregelung durch eine Fristenlösung ersetzen.

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