Ärzte Zeitung online, 30.03.2009

"Woche für das Leben" widmet sich Behinderten

BERLIN (dpa). "Gesund oder krank - von Gott geliebt. Gemeinsam mit Grenzen leben". So lautet das Leitwort der "Woche für das Leben" vom 25. April bis 2. Mai, die sich dem Umgang mit Behinderten, Kranken und Pflegebedürftigen widmet.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, riefen am Montag in Berlin dazu auf, Menschen mit Behinderung nicht auszugrenzen. Es werde häufig vergessen, dass es den perfekten Menschen nicht gebe.

Seit 1994 richten die evangelische und die katholische Kirche die alljährliche "Woche für das Leben" gemeinsam aus. Die bundesweite Veranstaltungsreihe soll die Sinne für Wert und Würde menschlichen Lebens schärfen. In diesem Jahr wird sie am 25. April mit einer zentralen Feier in Lüneburg eröffnet. Den Auftakt macht stets ein ökumenischer Gottesdienst.

Nach Forderung Hubers muss in der jetzigen Finanz- und Wirtschaftskrise besonders darauf geachtet werden, "dass bei künftigen Sparmaßnahmen nicht die Mobilität und ärztliche Versorgung behinderter Menschen eingeschränkt wird, dass die Hilfen für Demenzkranke verbessert werden, Blinde auch weiterhin die nötige Unterstützung finden."

Zollitsch mahnte zu ethischer Verantwortung in der medizinischen Forschung. "Das jüdisch-christliche Menschenbild verpflichte dazu, dort die Stimme zu erheben, "wo grundsätzlich die Begrenztheit menschlichen Lebens nicht mehr akzeptiert wird, wo die berechtigte Sorge um Gesundheit das Maß verliert und sich in einen medizinisch- biotechnischen Machbarkeitswahn steigert."

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