Ärzte Zeitung online, 01.04.2009

Diplomatische Note: Berlin soll obdachloser Finnin helfen

HELSINKI (dpa). Mit einer diplomatischen Note will Finnlands Regierung schnelle Hilfe für eine obdachlos in Berlin herumirrende Bürgerin durchsetzen. Wie die Nachrichtenagentur STT am Dienstag meldete, hat sich das Außenministerium in Helsinki offiziell an das Bundesaußenministerium mit der Aufforderung gewandt, umgehend für eine stationäre Versorgung der psychisch kranken Finnin zu sorgen, die seit Monaten ohne Geld durch Berlin irrt.

Die Frau war im Dezember mit dem Flugzeug von Helsinki nach Berlin gekommen und hatte dort fast drei Monate auf dem Gelände des Flugplatzes Tegel campiert. Sie war nach einem kurzen Aufenthalt in einer psychiatrischen Krankenstation an eine Herberge für Obdachlose verwiesen worden. Versuche der finnischen Behörden, sie durch einen mit einer Zwangseinweisung angereisten Arzt sowie Betreuungspersonal nach Helsinki zu bringen, scheiterten am Widerstand der Berliner Behörden.

Nach den Agenturangaben verwies die Konsularabteilung des finnischen Außenministeriums auf das von Deutschland ratifizierte Haager Abkommen aus dem Jahr 2000 über den Schutz von Erwachsenen. Es gilt für "Personen mit Beeinträchtigungen, die eines gesetzlichen Vertreters bedürfen". In Finnland ist das Abkommen noch nicht ratifiziert.

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