Ärzte Zeitung online, 09.04.2009

Jugendforscher will Erziehungskurse für Eltern

BERLIN (dpa). Angesichts steigender Ansprüche an die Kindererziehung plädiert der Berliner Jugendforscher Klaus Hurrelmann für verbindliche Erziehungskurse für Eltern. In der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse" (Donnerstag) warnte er vor einer Überforderung junger Väter und Mütter.

"Ich schätze, dass ein Drittel der Eltern die Kindererziehung hervorragend macht. Ein Drittel wurstelt sich so durch, macht aber keine dramatischen Fehler. Und ein Drittel der Eltern schafft das anspruchsvolle Programm nicht und ist echt überfordert."

Überforderte Eltern schafften es nicht, ihren Kindern sozialen Halt zu geben, erläuterte der Forscher. Kinder bräuchten aber eine klare Struktur, feste Vereinbarungen und Regeln in der Familie. Wenn die verletzt werden, müsse es eine angemessene Strafe geben.

Eltern sollte man Trainings und Kurse für ein gutes Erziehungs- und Sozialverhalten anbieten. Das gebe es bereits, müsste aber stärker an Kindergärten und Schulen angebunden werden, sagte Hurrelmann. "Außerdem sollte man das für Eltern verbindlich machen, weil diese sich sonst schnell entziehen, aus zeitlichen oder welchen Gründen auch immer."

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