Ärzte Zeitung online, 10.04.2009

Faurecia: Ingenieure nahmen Chefs als Geisel

PARIS (dpa). Ingenieure und Angestellte des größten französischen Automobilzulieferers Faurecia haben am Gründonnerstag drei Manager als Geisel genommen, um höhere Abfindungen bei Verlust ihres Arbeitsplatzes durchzusetzen. Die Manager wurden kurz vor Mitternacht wieder frei gelassen.

"Wir sind nicht vorangekommen", erklärte ein Betriebsratsmitglied. Der Mittelstands-Staatssekretär Hervé Novelli erklärte: "Das ist nicht gesund für die Demokratie. Diese Praktiken müssen aufhören."

Faurecia will in der Entwicklungsabteilung Brières-les-Scellés bei Paris 360 Stellen abbauen. Die PSA-Tochter Faurecia hat 2008 rund 548 Millionen Euro verloren.

Mit der Verschärfung der Krise häufen sich in Frankreich die Geiselnahmen von Managern durch Mitarbeiter. In der Regel verlangen die Beschäftigten höhere Abfindungen bei Kündigungen, ohne die Sozialpläne grundsätzlich infrage zu stellen. Soziologen sagen eine Radikalisierung der Konflikte voraus.

Die Polizei griff bisher nicht ein. Novelli erklärte, man solle "auf die Illegalität nicht mit Gewalt antworten, die unnütz sein kann, wenn sich die Dinge regeln". Doch "wenn die Lage sich verschlimmert, muss man handeln und eine Ordnung wieder herstellen, die nicht mehr existiert".

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