Ärzte Zeitung online, 06.05.2009
 

EU-Parlament gegen Laborversuche mit Menschenaffen

STRAßBURG (dpa). Menschenaffen sollen nach dem Willen des EU- Parlaments in Zukunft nicht mehr als Versuchstiere in Laboren eingesetzt werden. Die Volksvertretung stimmte am Dienstag in Straßburg für eine entsprechende Gesetzesvorlage der EU-Kommission.

Schimpansen, Orang-Utangs und Gorillas, die vom Aussterben bedroht seien, sollen nur noch bei Experimenten für die Erhaltung ihrer Art eingesetzt werden, hieß es bei der Abstimmung in erster Lesung. Andere, kleinere Affen sollen weiterhin der Forschung als Versuchstiere zur Verfügung stehen.

Etwa 12 Millionen Tiere werden nach EU-Angaben jedes Jahr in Laborversuchen eingesetzt. Ein generelles Verbot von Tierversuchen stand im Parlament nicht zur Diskussion, da dies die Forschung für die Entwicklung neuer Medikamente gegen Krankheiten wie Krebs, Multiple Sklerose und Alzheimer ernsthaft behindern würde.

Das Abstimmungsergebnis sei ein "vernünftiger Kompromiss" zwischen Tierschutz und Forschung, sagte die CDU-Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle. Ziel der neuen EU-Tierversuchsrichtlinie sei es, "Tierversuche zu Forschungszwecken möglichst zu vermeiden, zu vermindern oder zumindest zu verbessern sowie die Entwicklung von Alternativmethoden voranzutreiben. Dabei muss allerdings die Gesundheit des Menschen, deren Erhaltung oder Wiederherstellung, auch weiterhin im Vordergrund stehen", sagte sie.

Eine Einigung mit den EU-Regierungen konnte wegen der dicht gedrängten Terminlage vor den Europawahlen noch nicht erreicht werden. Das neu gewählte Parlament wird voraussichtlich noch in diesem Jahr in zweiter Lesung über den Text beraten.

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