Ärzte Zeitung online, 20.05.2009

Ist zu viel Uran im Mineralwasser?

BERLIN (dpa). Nach Angaben der Organisation "foodwatch" enthält jedes achte Mineralwasser zu viel Uran. Damit könnten gesundheitliche Risiken vor allem bei Babys und Kleinkindern nicht ausgeschlossen werden, teilte foodwatch am Dienstag mit. Die Verbraucherschützer forderten die Bundesregierung auf, gesetzliche Grenzwerte von 2 Mikrogramm Uran pro Liter Wasser festzulegen. Das Umweltbundesamt hält Werte um die 10 Mikrogramm allerdings nicht für schädlich.

Zu viel Uran in trinkbarem Wasser kann die Niere schädigen. "Zwei Mikrogramm Uran pro Liter Wasser sind besser als 10 Mikrogramm", sagte Experte Hermann Dieter vom Umweltbundesamt. "Das heißt aber nicht, dass 10 Mikrogramm schädlich sind." Das gelte auch für Kinder. Abgepacktes Wasser dürfe zwar nur als "für Säuglinge geeignet" ausgezeichnet werden, wenn es weniger als 2 Mikrogramm Uran pro Liter enthalte. Das habe jedoch vorrangig etwas mit Werbeaspekten zu tun, ergänzte Dieter.

Strenger urteilt das Umweltbundesamt allerdings bei Trinkwasser aus der Leitung. Hier gelten höchstens 10 Milliliter Uran pro Liter als Leitwert. Mineralwassermarken würden gewechselt, erläuterte Dieter einen Unterschied. Wer am Geburtsort bleibe, nutze aber immer das gleiche Leitungswasser. Lebenslang mehr als 10 Milliliter Uran je Liter Trinkwasser hält auch der Experte für schädlich. Grenzwerte gibt es in Deutschland bisher aber weder für Mineral- noch für Trinkwasser.

Für die Analyse hatte Foodwatch 435 Mineralwassermarken untersucht und 825 Uran-Messdaten erstellt. 87 Prozent enthielten bereits weniger als 2 Mikrogramm Uran pro Liter, stellten die Verbraucherschützer fest. Bei vier der untersuchten Marken und zwei Heilwässern habe der Wert jedoch über 10 Mikrogramm gelegen.

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