Ärzte Zeitung online, 02.06.2009

Informatiker stellen ideale Wohnung für Alte vor

OLDENBURG(dpa). Fernseher für Schwerhörige oder Lampen, die an einen Arzttermin erinnern - Oldenburger Informatiker wollen an diesem Donnerstag die ideale Wohnung der Zukunft für alte Menschen präsentieren. Die technische Unterstützung werde helfen, die Probleme des Alterns abzuschwächen, sagte Jochen Meyer, Bereichsleiter Gesundheit im Institut für Informatik OFFIS.

"Die Technik wird dazu beitragen, dass man länger, sicherer und zufriedener in der eigenen Wohnung leben kann." Zu der Vorstellung der Zwei-Zimmer-Musterwohnung erwarten die Wissenschaftler mehr als 130 Gäste. Bei den meisten der nun gezeigten neuen Technologien wird es aber noch dauern, bis sie so ausgereift sind, dass sie im Handel erhältlich sein könnten.

   In ihrem Vorführobjekt wollen die Forscher unter anderem ein Zusatzgerät für den Fernseher zeigen, das den Einsatz eines Hörgeräts erspart. "Das Audiosignal wird dabei nicht einfach nur lauter gemacht, wir verändern es", berichtete Meyer. Dabei werden die Frequenzbereiche, die nicht mehr gut gehört werden, verstärkt.

   Um zu verhindern, dass etwa der Sturz eines alten Menschen in seiner Wohnung unentdeckt bleibt, arbeiten die Oldenburger Informatiker parallel an mehreren unterschiedlichen Ideen. "Wir messen beispielsweise den Strom- und Wasserverbrauch der Wohnung", sagte Meyer. So könne auf Wunsch überwacht werden, ob das Leben in der Wohnung seinen gewohnten Gang gehe.

   Auch gegen Vergesslichkeit suchen die Wissenschaftler kleine Hilfsmittel. Bestimmte Signal-Geräusche erinnern in der Musterwohnung an die Einnahme von Medikamenten oder einen Arzttermin. Auch Lampen mit Licht in unterschiedlichen Farben sollen Senioren auf Wichtiges aufmerksam machen. "Bei diesem Projekt stecken wir aber noch in den Ansätzen", sagte Meyer. Entscheidend bei den Erfindungen sei vor allem: "Technik für alte Menschen muss unaufdringlich und leicht bedienbar sein."

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