Ärzte Zeitung online, 02.06.2009

Familiennetzwerk schaltet Gericht gegen RTL ein

HAMBURG(dpa). Das deutsche Familiennetzwerk, ein bundesweiter Verbund aus knapp 100 Organisationen, hat ein Kölner Gericht eingeschaltet, um die RTL-Reihe "Erwachsen auf Probe" zu stoppen. Das Netzwerk beantragte beim Verwaltungsgericht einen Erlass auf einstweilige Anordnung, wie Anwalt Frank Roeser im Auftrag des in Hollern (Niedersachsen) ansässigen Vereins Familien e.V., dem Dachverein des Familiennetzwerks, am Dienstag mitteilte.

Die seit Wochen umstrittene Reihe "Erwachsen auf Probe" soll an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) anlaufen. In ihr sollen Teenager den Umgang mit Babys und Kleinkindern lernen.

Ziel des Antrags sei es, die Ausstrahlung von "Erwachsen auf Probe" zu verhindern, da "gravierende Menschenwürdeverletzungen" befürchtet würden. Kinder würden "zu Objekten herabgewürdigt, ihre Menschenwürde wird schwer verletzt", hieß es. Zudem werde dem Fernsehzuschauer suggeriert, dass die Vermietung von Kindern "normal" geworden sei. "Bereits schwangere Mädchen im Teenageralter könnten durch die Sendungen, in denen vollkommen überforderte Teenager-Pärchen in - aus pädagogischer und familiärer Sicht - abschreckender Art und Weise gezeigt werden, ermuntert und geradezu aufgefordert werden, die Schwangerschaft abzubrechen oder ihr Kind abzutreiben".

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