Ärzte Zeitung, 04.06.2009

"Stillende Mütter gehören in die erste Parlamentsreihe!"

BERLIN (hom). Nach Ansicht von Dr. Michael Abou-Dakn, Erster Vorsitzender der WHO-Initiative Babyfreundliches Krankenhaus, gehören stillende Mütter in die erste Reihe. Das gelte, meint der Facharzt für Frauenheilkunde, auch für stillende Politikerinnen.

Abou-Dakn reagiert damit auf eine Provinzposse, die sich derzeit ausgerechnet im großen Berlin abspielt. Was ist passiert? Stefanie Winde, Mitglied der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus, hatte sich erlaubt, ihr Baby in der ersten Sitzreihe des Parlaments zu stillen. Daraufhin wurde sie vom Präsidenten des Hauses, Walter Momper (SPD), gebeten, das nächste Mal in eine der hinteren Reihen zu gehen, um ihr Töchterchen mit frischer Muttermilch zu versorgen.

Bei Abou-Dakn stößt der Platzverweis auf Unverständnis. Seit Jahren motivierten Geburtskliniken junge Mütter dazu, ihr Baby ausschließlich und möglichst lange zu stillen. Das aber setze voraus, so Abou-Dakn, dass das Umfeld das Stillen ermöglicht. Politikerin Winde stehe daher für alle Mütter, "die das Stillen mit ihrem beruflichen Engagement in Einklang bringen möchten".

Topics
Schlagworte
Panorama (30881)
Organisationen
WHO (3100)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »