Ärzte Zeitung online, 09.06.2009

Rasanter Anstieg von Unfällen durch Computer

NEW YORK/SAN DIEGO (dpa). Die Zahl akuter Verletzungen durch Kabel, Computer und angeschlossene Geräte hat sich nach Auskunft von US-Forschern von 1994 bis 2006 in den Vereinigten Staaten versiebenfacht. Gefährdet sind demnach vor allem Kinder unter 5 Jahren und ältere Menschen über 60. Sie stoßen sich an den Geräten, stolpern und reißen Monitore herunter oder verletzen sich auch beim Heben.

Kinder bis zum zehnten Lebensjahr ziehen sich in drei von vier Unfällen mit Computern Kopfverletzungen zu, schreiben die Autoren in der Juli-Ausgabe des "American Journal of Preventive Medicine" vom Dienstag. Besonders häufig waren Monitore in die Unfälle verwickelt: 2006 in jeden vierten Fall, 2003 sogar in jeden dritten. Nicht in die Untersuchung einbezogen sind Gesundheitsprobleme, die sich aus der längeren Benutzung von Computern ergeben können: Rückenschmerzen, Nachlassen der Sehkraft, Verspannungen in Händen und Armen.

Der Studie zufolge verletzten sich von 1994 bis 2006 mehr als 78 000 Menschen in den USA durch Computer so stark, dass sie in der Notaufnahme eines Krankenhauses behandelt werden mussten. Der Anstieg in den 13 Jahren betrug 732 Prozent. In der gleichen Zeit stieg die Zahl von Computern in privaten Haushalten nur um 309 Prozent.

93 Prozent der Computer-Unfälle ereigneten sich im privaten Umfeld. 43,3 Prozent der Unfallopfer waren jünger als 5 und 37,7 Prozent 60 Jahre und älter, fanden die Autoren von der Staatlichen Universität Ohios in Columbus und zwei amerikanischen Unfallforschungszentren.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »