Ärzte Zeitung online, 09.06.2009

Walfleisch oft Quecksilber-verseucht

MÜNCHEN(dpa). Das Fleisch von Walen und Delfinen ist nach einem Report der Schutzorganisation Pro Wildlife oft zu giftig zum Essen. Die nationalen Grenzwerte für Quecksilber, die krebserregenden Chlorverbindungen PCB oder das Insektengift DDT würden zum Teil 5000- fach überschritten, berichtete die Organisation am Dienstag in München.

Dennoch würden Behörden mancher Staaten den Verzehr von Meeressäugerfleisch sogar empfehlen, kritisierte Pro-Wildlife-Sprecherin Sandra Altherr.

Der Report trage die internationalen Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre zusammen, sagte Altherr. Er soll auf der Jahrestagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) vom 22. bis 26. Juni auf Madeira vorgestellt werden. Laut der Untersuchung leiden Volksgruppen, die Wal- und Delfinfleisch essen, häufiger an Gedächtnisstörungen, der Schüttellähmung Parkinson und Immunschwächen. Inuit in Kanada, Grönland und Alaska seien besonders betroffen, aber auch die Bevölkerung von Industriestaaten wie Japan oder auf den dänischen Färöer-Inseln sei gefährdet.

"Die oberste Gesundheitsbehörde der Färöer Inseln hat im vergangenen Jahr die Gefahr erkannt und ihre Bevölkerung gewarnt: 'Hört auf dieses Fleisch zu essen!‘", berichtete Altherr. In Kanada und Grönland habe es einen solchen Appell nicht gegeben. Dort werde der Verzehr aus kulturellen Gründen oft noch empfohlen. In Japan werde Walfleisch sogar als Schulnahrung serviert. Dabei weise laut der Untersuchung etwa das Fleisch des Pottwals aus dem Nordpazifik das 325-Fache des in Japan erlaubten Quecksilberanteils auf.

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