Ärzte Zeitung online, 15.06.2009

Bundesrat billigt Zusatzrente für Contergan-Opfer

BERLIN(dpa). Die finanziellen Hilfen für Contergan-Opfer werden noch einmal aufgestockt. Auch der Bundesrat billigte am Freitag die Einführung einer Zusatzrente für die Betroffenen.

Das Gesetz dazu hatte der Bundestag Mitte Mai mit großer Mehrheit beschlossen. Die Opfer können nun über einen Zeitraum von 25 Jahren eine jährliche Zusatzzahlung von bis zu 4000 Euro beanspruchen - gestaffelt nach der Schwere ihrer Behinderung. Unabhängig davon bekommen sie weiter ihre monatlichen Entschädigungsrenten. Diese waren bereits im vergangenen Jahr bis zu einem Höchstsatz von 1090 Euro verdoppelt worden.

Das Schlafmittel Contergan der Firma Grünenthal hatte Ende der 50er Jahre einen der größten Arzneimittelskandale in der deutschen Geschichte ausgelöst. Viele Schwangere hatten es damals eingenommen - auch weil es gegen Übelkeit half. Erst später stellte sich heraus, dass das Medikament in den Wachstumsprozess des Ungeborenen eingreifen kann. Weltweit kamen rund 10 000 Kinder mit schweren körperlichen Missbildungen zur Welt - vor allem an Armen und Beinen. Allein in Deutschland waren etwa 5000 Kinder betroffen, viele starben kurz nach der Geburt.

Die Schäden wurden auf die in der Tablette enthaltene Substanz Thalidomid zurückgeführt. Das Pharmaunternehmen hatte im vergangenem Jahr weitere 50 Millionen Euro für die Opfer zur Verfügung gestellt, weitere 50 Millionen kommen aus Bundesmitteln hinzu.

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