Ärzte Zeitung online, 17.06.2009

"Erwachsen auf Probe": Der Druck steigt

HAMBURG(dpa). Der Privatsender RTL will die umstrittene TV-Reihe "Erwachsen auf Probe" trotz einiger Werbespot-Stornierungen nicht absetzen. "Wir werden an dem Format festhalten", sagte eine RTL-Sprecherin am Mittwoch auf Anfrage.

Eine Sprecherin des RTL-Werbezeitenvermarkters IP Deutschland bestätigte den Rückzug einiger Firmen aus "Erwachsen auf Probe", unter anderem gehöre das schwedische Möbelhaus Ikea dazu.

Unterdessen berichtete der Verein Familie e.V., der noch kurz vor Start versucht hatte, die Sendung gerichtlich zu stoppen, dass insgesamt zehn Unternehmen ihre Werbe-Kampagnen aus dem Umfeld von "Erwachsen auf Probe" zurückgezogen hätten. Er nannte den Baumarkt OBI, KarstadtQuelle Versicherungen, den Discounter Lidl, den Süßwarenhersteller Storck und VHV Versicherungen. Die IP-Deutschland-Sprecherin bestätigte diese Unternehmen jedoch nicht. Für RTL entstünden keine Verluste, denn die Firmen hätten ihre Spots in andere Programme umgebucht.

"Erwachsen auf Probe" erregte den Unmut vieler Verbände und Politiker, weil in der Sendung Teenager den Umgang mit Babys und Kleinkindern erlernen (wir berichteten). Die Eltern gaben zu diesem Zweck ihren Nachwuchs bis zu vier Tage an die Jugendlichen ab. Laut RTL hatten die Erziehungsberechtigten ihre Kinder jedoch immer per Monitor unter Kontrolle.

"Erwachsen auf Probe" wird seit dem 3. Juni immer mittwochs um 20.15 Uhr ausgestrahlt und hat insgesamt sieben Ausstrahlungstermine.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Zungenküsse besser verzichten?

Zungenküsse erhöhen offenbar das Risiko für HPV-Infekte und damit auch für Mund-Rachen-Tumoren. US-Experten haben sich das Krebsrisiko jetzt einmal genauer angesehen. mehr »

Das ist bei einer Datenpanne zu tun

Bei einem Datenleck in der Praxis sind Inhaber nach der Datenschutzgrundverordnung verpflichtet, dies zu melden. Wem und wie, das erläutern Medizinrechtler. mehr »

Urologen befeuern Diskussion um Herztoddiagnostik

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie fordert große Reformen bei der Organspende. DGU-Präsident Professor Paolo Fornara erläutert im Interview, welche Neuregelungen seiner Meinung nach dringend nötig sind. mehr »