Ärzte Zeitung online, 25.06.2009

Berauschte Kängurus hüpfen im Kreis durchs Korn

SYDNEY (dpa). Das Rätsel geheimnisvoller Kreise auf australischen Feldern ist gelöst: Berauscht vom Opium in Mohnsamen sind kleine Kängurus (Wallabys) auf den Feldern der Insel Tasmanien herumgehüpft und haben dabei deutlich sichtbare geometrische Formen hinterlassen.

"Wir sehen Kornkreise auf den Mohnfeldern von zugedröhnten Wallabys", erklärte Tasmaniens Generalstaatsanwältin Lara Giddings am Donnerstag im Parlament der Inselhauptstadt Hobart. Bei der Parlamentsfragestunde ging es um die Sicherung der millionenschweren Mohnernte der Insel.

Der Mohn wird von etwa 500 Farmern unter strengen Sicherheitsvorkehrungen für die Pharmaindustrie angebaut. Aus ihm wird etwa die Hälfte des legalen weltweiten Bedarfs an Morphin und anderen Schmerzstillern gewonnen.

Landwirt Lyndley Chopping baut seit 30 Jahren Mohn an und bestätigt die Angaben der Generalstaatsanwältin über die Zeichen aus niedergetretenen Blumenstängeln. "Die Tiere kommen, fressen ein paar Samen und verschwinden wieder", sagte Chopping. "Dann kommen sie wieder und hinterlassen dabei die Kreise. Es scheint, sie wissen, wann sie genug haben."

Auch Rick Rockliff, ein Sprecher des führenden Opiumherstellers Tasmanian Alkaloids Pty, bestätigt Giddings Analyse. "Es ist möglich, dass die Tiere ein bisschen an den Samenkapseln gesaugt haben", sagte er, während er auf ein paar der nahrhaften Mohnsamen herumkaute. "Die Kapseln enthalten besonders viel Alkaloid, sodass sich dann eine kurzfristige Wirkung zeigt. Die Mohnsamen enthalten nun mal ein Narkotikum und können in größeren Mengen solch eine Wirkung haben."

Topics
Schlagworte
Panorama (32487)
Wirkstoffe
Morphin (230)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Der Trend zur Knieprothese

Bundesweit werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt - zunehmend auch bei Jüngeren. Medizinisch erklärbar sei der Trend nicht, so die Bertelsmann-Stiftung. Die Autoren vermuten finanzielle Gründe dahinter und geben Ärzten Tipps. mehr »

Sieben Forderungen sollen Modelprojekt ARMIN voran bringen

Bereits seit 2014 läuft die Arzneimittelinitiative "ARMIN" in Sachsen und Thüringen. Die Beteiligten des Modellprojekts haben jetzt Bilanz gezogen und sieben Forderungen an die Politik übergeben. mehr »