Ärzte Zeitung online, 29.06.2009

Experte: Keine Bedenken gegen Wunsch-Kaiserschnitt

AUGSBURG (dpa). Immer mehr schwangere Frauen wünschen sich eine kontrolliert geplante Kaiserschnitt-Entbindung. "Es gibt keinen sachlichen Grund, diesen Wunsch zu verweigern", so der Chefarzt der Frauenklinik am Klinikum Augsburg, Professor Arthur Wischnik. Frühere Angaben zu einem höheren Risiko durch einen Kaiserschnitt habe die bayerische Perinatalstudie "eindeutig widerlegt."

Gründe für einen Wunsch-Kaiserschnitt seien bei Schwangeren oft frühere schwere Entbindungserfahrungen oder die Angst vor den Geburtswehen, so Wischnik in einem Gespräch mit dpa. "Vermeidbare Schmerzen einer Frau zuzumuten halte ich für überheblich", sagte Wischnik.

Manche Frauen wollen die Geburt zeitlich planen, so dass der Vater des Kindes dabei sein kann und für die ersten Wochen Urlaub nehmen kann. Die Frau könne eigenständig entscheiden, ob sie einen Kaiserschnitt haben will.

"Wir klären die Frauen allerdings auf, dass es nach einem Kaiserschnitt doppelt so häufig zu Störungen am Mutterkuchen kommt wie bei Normalgeburten", sagte Wischnik. Er wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es auch bei der natürlichen Geburt zu extremen Belastungen komme und Risse im Vaginalbereich auftreten können, die zu Folgeschäden am Beckenboden führen können. Vollnarkosen beim Kaiserschnitt würden extrem selten verabreicht werden.

Wischnik, der am Klinikum Augsburg pro Jahr rund 1500 Geburten durchführt, wies Befürchtungen zurück, durch die Kaiserschnitt-Narbe an der Gebärmutter könne es zu einem lebensgefährlichen Riss der Gebärmutter kommen. "Wir haben in den vergangenen 20 Jahren in Bayern keinen einzigen Gebärmutterriss gehabt." Die Sterblichkeit nach Schwangerschaft liege in Bayern bei 0,06 Promille. Das seien bei rund 100 000 Geburten etwa sechs Todesfälle im Jahr, die meisten durch Nachblutungen und Fruchtwasserembolien.

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Kaiserschnitt auf Wunsch hat Schattenseiten

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