Ärzte Zeitung online, 29.06.2009

Uni Frankfurt am Main: Neue strahlungsarmes Verfahren bei Myomen

FRANKFURT / MAIN (eb). Unter der Leitung von Professor Thomas Vogl wurde in der Uni-Klinik in Frankfurt / Main im Rahmen einer Studie ein neues Therapieverfahren mit niedriger Strahlenbelastung bei Myomen entwickelt. Bislang werden Frauen mit diesen gutartigen Tumoren häufig noch operiert.

Uni Frankfurt am Main: Neue strahlungsarmes Verfahren bei Myomen

MRT-Bild einer Patientin mit Myom vor der Behandlung Copyright: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main

Die neue Myomembolisationsmethode bietet nun ganz neue und schonende Therapieoptionen, wie die Universität mitteilt.

Zunächst wird eine Untersuchung der Gebärmutter mit einem Magnetresonanztomografen (MRT) gemacht. So können auch ohne Röntgenstrahlen Lage und Umfang eines Myoms genau ermittelt werden. Dann wird nach örtlicher Betäubung ein Katheter in die Leistenarterie eingeführt. Gezielt wird dann die Blutzufuhr zum Myom unterbrochen, indem Embolisationspartikel in das Myom-Gefäß injiziert werden. Die klaren Vorteile dieser Therapie sind der geringe Blutverlust und der Verzicht auf Vollnarkose.

Außerdem ist die Strahlenbelastung bei dem Frankfurter Verfahren geringer als üblich. Da Form und Beschaffenheit der Gebärmutterarterie durch das MRT bereits bekannt sind, können die Strahlenbelastung um 62 Prozent und die Kontrastmittelmenge um 44 Prozent reduziert werden. Ebenso kann der zeitliche Aufwand für Röntgenaufnahmen deutlich verkürzt werden.

Das wurde in der Frankfurter Studie nachgewiesen, an der 40 Patientinnen mit Myomen in der Gebärmutter teilnahmen. Alle Frauen wurden mit dem neuen Therapieverfahren behandelt, erhobene Daten statistisch geprüft und deren Signifikanz bestätigt.

"Die Myomembolisation führt zu einer eindrucksvollen Verbesserung der Lebensqualität bei den Patientinnen. Bei allen myomverursachten Beschwerden trat mittel- bis langfristig eine ganz deutliche Verbesserung auf", erklären Vogl und sein Mitarbeiter Dr. Nagy Naguib. "Es handelt sich bei der neuen Technik um eine ausgesprochene Innovation, die wir hier in Frankfurt entwickeln konnten", betont Vogl.

Dieselbe Patientin, ein Jahr nach der Therapie. Copyright: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main

Dieselbe Patientin, ein Jahr nach der Therapie. Copyright: Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt am Main

35 bis 50 Prozent aller Frauen in Deutschland haben gutartige Myome. Damit handelt es sich um eine der häufigsten Tumorerkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane in der Bundesrepublik handelt.

Nach wie vor wird oft bei Myomen oft noch operiert. Muss dabei die gesamte Gebärmutter entfernt werden, sind die Frauen zwangsläufig steril. Zwangsläufig führte das zur Sterilität der Frau. Hinzu kommt das von der Patientin zu tragende grundsätzliche Risiko einer Operation unter Vollnarkose.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Spahn soll Gesundheitsminister werden

Jünger und weiblicher will die CDU-Chefin ihr Kabinett und ihre Partei machen. In Männerhand bleibt das Gesundheitsressort: Jens Spahn soll hier der neue Minister werden. mehr »

Als Ärzte zu Mördern wurden

Vor 78 Jahren haben Ärzte auf der Schwäbischen Alb in Grafeneck erstmals Patienten mit Gas ermordet. Nachdem 10.654 Menschen tot waren, setzte das Schweigen ein. Jetzt hat die Ärztekammer an das dunkle Kapitel erinnert. mehr »

Praxen und Kliniken melden "Land unter"

Die heftige Grippewelle bringt Arztpraxen und Krankenhäuser an die Kapazitätsgrenzen. Manche Praxen müssen selbst wegen vieler erkrankter Mitarbeiter schließen, Kliniken nehmen teilweise keine Patienten mehr an. mehr »