Ärzte Zeitung online, 08.07.2009

Atompolitische Positionen der Parteien im Überblick

BERLIN (dpa). Die jüngsten Pannen im Atomkraftwerk Krümmel haben eine neue Debatte zur Atompolitik entfacht. Hier noch einmal im Überblick die wichtigsten Positionen der Parteien.

  • CDU/CSU: Um die Energieversorgung sicherstellen zu können, sehen die Unionsparteien die Atomkraft als "Übergangstechnologie" an und streben eine Verlängerung der Kernkraftwerks-Laufzeiten an. Der von Rot-Grün beschlossene Atomausstieg soll rückgängig gemacht werden. Die Union plädiert für ein Nebeneinander von Öko- und Atomenergie.
  • SPD: Der Ausstieg aus der Atomenergie muss nach Ansicht der SPD noch weiter beschleunigt werden. Bis 2013 sollen alle Altreaktoren vom Netz gehen, erneuerbare Energien dagegen weiter ausgebaut und neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden. Bis 2030 soll die Hälfte der Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie kommen.
  • FDP: Der Ausstieg aus der Kernenergie ist nach Ansicht der Freidemokraten zum jetzigen Zeitpunkt falsch. Kernenergie sei als "Übergangstechnologie" nötig, bis erneuerbare Energien in ausreichendem Umfang Strom erzeugen können oder die CO2-Abscheidung und -Einlagerung für Kohlekraftwerke möglich ist. Die Laufzeiten sicherer Kernkraftwerke müssten daher verlängert werden. Bei erheblichen Fortschritten in der Nukleartechnik wird ein Neubau von Kernkraftwerken nicht ausgeschlossen.
  • LINKE: Gefordert wird der vollständige Umbau der Energiewirtschaft auf erneuerbare Energien. Der Ausstieg aus der Atomenergie muss nach den Plänen der Linkspartei schnellstmöglich erfolgen. Forschungsgelder sollen nicht mehr in die Atomforschung fließen, sondern vollständig in die Entwicklung erneuerbarer Energien.
  • GRÜNE: Die Grünen wollen einen schnellen Ausstieg aus der Atomkraft. Die Partei will eine Komplett-Umstellung der Stromversorgung in Deutschland auf Ökostrom bis zum Jahr 2030. Möglichst bis 2040, spätestens aber 2050 solle die gesamte Energie, auch zum Heizen, aus erneuerbaren Quellen kommen.
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