Ärzte Zeitung online, 13.07.2009

Nordkoreas Machthaber soll Bauchspeicheldrüsen-Krebs haben

SEOUL (dpa). Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Il ist einem Medienbericht zufolge an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Die Erkrankung des 67-Jährigen sei lebensbedrohlich, berichtete der südkoreanische Nachrichtensender YTN am Montag unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Südkorea und China.

Er werde vermutlich nicht mehr länger als fünf Jahre leben. Der bösartige Tumor soll bei ihm im Sommer des vergangenen Jahres gefunden worden sein, als er einen Schlaganfall erlitten haben soll. Er habe dazu bisher keine Informationen, sagte ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in Seoul zu dem Bericht.

Kims Gesundheitszustand gibt seit Monaten Anlass zu Spekulationen. In den jüngsten Bilder des nordkoreanischen Staatsfernsehens von ihm wirkte der Diktator stark abgemagert und zunehmend gebrechlich. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit drei Monaten hatte der Diktator am vergangenen Mittwoch an einer Gedenkfeier zum 15. Todestag seines Vaters und "ewigen Präsidenten" Kim Il Sung teilgenommen.

Die angeschlagene Gesundheit Kims hat auch die Sorge in der Region ausgelöst, dass sich die Lage in dem abgeschotteten kommunistischen Land wegen möglicher Machtkämpfe um seine Nachfolge destabilisieren könne. Zuletzt hatte Nordkorea durch eine Reihe von Raketentests und einen zweiten Atomtest die Spannungen im Streit um seine Waffenprogramme weiter angeheizt.

Beobachter vermuten, dass Nordkoreas Aktionen auch Teil der Pläne Kim Jong Ils sein könnten, die Machtübertragung an seinen jüngsten Sohn Jong Un abzusichern. Dieser ist erst Mitte 20. Südkoreanische Medien hatten Anfang Juni berichtet, Kim habe kurz nach dem weltweit verurteilten Nukleartest in Nordkorea am 25. Mai die wichtigsten Institutionen davon informiert, dass er Jong Un zu seinem Nachfolger bestimmt habe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

38 Prozent mehr psychische Diagnosen bei jungen Erwachsenen

Immer mehr junge Erwachsene leiden unter psychischen Erkrankungen. Allein die Diagnose Depressionen hat um 76 Prozent seit 2005 zugenommen, so der Arztreport 2018. mehr »

Vorhofflimmern schlägt aufs Hirn

Nicht nur ein Risikofaktor für Schlaganfall: Vorhofflimmern ist auch für das Gehirn gefährlich. Angststörungen und kognitive Einschränkungen sind Nebenwirkungen, so eine Studie. mehr »

Gericht urteilt über Diesel-Fahrverbote

Müssen Städte die Feinstaub-Notbremse ziehen und Diesel-Fahrzeuge aus den Innenstädten verbannen? Bejaht das Bundesverwaltungsgericht dies, könnte auch die Gesundheitswirtschaft in die Bredouille kommen. mehr »