Ärzte Zeitung online, 15.07.2009

Michael Jacksons Hautarzt erneut vorgeladen

LOS ANGELES (dpa). Der langjährige Hautarzt von Michael Jackson, Dr. Arnold Klein, hat am Dienstag eine zweite Vorladung erhalten. Nach einem Bericht der "Los Angeles Times" haben Gerichtsmediziner den Hautarzt erneut dazu aufgefordert, wichtige Unterlagen aus der Krankenakte des Sängers herauszugeben. "Weitere medizinische Aufzeichnungen" seien für die Ermittlung der Todesumstände des Popstars notwendig, sagte Dr. Craig Harvey von der Gerichtsmedizin der Zeitung.

In der vergangenen Woche hieß es in US-Medienberichten, dass Klein der Aufforderung nach Herausgabe aller Unterlagen über seinen prominenten Patienten bisher nur teilweise nachgekommen sei.

Jacksons Leibarzt Dr. Conrad Murray, der den Popstar nach seinem Kollaps am 25. Juni noch wiederzubeleben versucht hatte, stand den Ermittlern bereits Rede und Antwort. Er teilte am Dienstag durch seinen Anwalt mit, dass er nie Kontakt zu Klein hatte. "Er hat ihn nie getroffen, er hatte keinen Kontakt zu ihm und er hat sich nie mit ihm über Michael Jackson unterhalten", sagte Anwalt Ed Chernoff über den Arzt. Die Polizei hat mindestens fünf Mediziner ins Visier genommen, die Jackson behandelt und ihm Medikamente verschrieben haben.

Unterdessen geht das Tauziehen um die drei Kinder des Popstars weiter. Am Dienstag teilte der Anwalt von Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe dem US-Sender CNN mit, es sei noch keine Entscheidung gefallen. Einen Bericht der "New York Post", Rowe habe ihre Rechte an den beiden älteren Kindern Prince (12) und Paris (11) für rund vier Millionen Dollar (2,9 Millionen Euro) an Jacksons Mutter Katherine "verkauft", ist nach den Worten von Rowes Anwalt Eric George "total falsch". Die Zeitung hatte sich auf einen Vertrauten der Familie berufen. "Ms. Rowe hat nicht und wird auch keine weiteren finanziellen Mittel annehmen, als der zwischen ihr und Michael Jackson vor vielen Jahren vereinbarte Ehegattenunterhalt", sagte George.

Beide Seiten verhandelten miteinander, um das Problem "privat und freundschaftlich" zu lösen, teilte ein Anwalt der Jackson-Familie in der vergangenen Woche mit. In Presseberichten hieß es, Katherine Jackson (79) und Debbie Rowe (50) stünden kurz vor einer Einigung. Demnach soll die Großmutter die drei Kinder großziehen und Rowe, die Mutter der beiden älteren Kinder, könne die Kinder regelmäßig sehen. Eine gerichtliche Anhörung zur Entscheidung über das dauerhafte Sorgerecht für die Kinder war auf Wunsch der beiden Frauen vom 13. auf den 20. Juli verlegt worden.

Seit Jacksons Tod am 25. Juni sind die drei Kinder Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) in der Obhut ihrer Großmutter. Rowe hat nach Angaben ihres Anwalts noch keine letzte Entscheidung über die Sorgerechtsangelegenheit getroffen. Über die Mutter des jüngsten Kindes ist nichts bekannt.

In seinem Testament gibt Jackson seiner Mutter Katherine das Sorgerecht für die Kinder. Als mögliche Ziehmutter benannte er auch die US-Sängerin Diana Ross (65), mit der er gut befreundet war. Rowe wird in dem Testament vom 7. Juli 2002 nicht bedacht.

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