Ärzte Zeitung online, 16.07.2009

Erste Kannibalen Europas älter als angenommen

MADRID (dpa). Bereits vor 1,3 Millionen Jahren gab es in Europa Kannibalen. Bei Ausgrabungen im Atapuerca-Gebirge im Norden Spaniens entdeckten Forscher einen aus dieser Zeit stammenden Oberarmknochen, der nach Presseberichten vom Donnerstag deutliche Schnittspuren aufweist.

Sie sind nach Überzeugung der spanischen Paläontologin Gala Gómez Merino auf nicht näher bestimmte Hominide (Menschenartige) zurückzuführen, die damals mit primitiven Steinwerkzeugen versuchten, an das Knochenmark heranzukommen. Der Fund beweise, dass es Kannibalen in Europa etwa eine halbe Million Jahre früher gab, als bislang angenommen.

Im Atapuerca-Gebirge in der nordspanischen Provinz Burgos hatten Forscher bereits vor zwei Jahren die bislang ältesten Überreste der ersten Westeuropäer entdeckt. Sie werden dem "Homo antecessor" zugerechnet, der nach Überzeugung vieler Wissenschaftler sowohl den modernen Menschen als auch den Neandertaler hervorbrachte. Die Überreste lagen in einer Schicht von 1,1 bis 1,2 Millionen Jahre altem Gestein.

Topics
Schlagworte
Panorama (32841)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Alltags-Chemikalien schaden dem Sperma

In einer Studie an Spermien haben Forscher schädliche Effekte von Alltagschemikalien festgestellt. Problematisch: Die Einzelstoffe potenzieren ihre Wirkung gegenseitig. mehr »

Nervenärzte schlagen Alarm

Der Spitzenverband ZNS ist besorgt: Die Versorgung von Demenz-, Parkinson- und Schlaganfallpatienten gerate in Gefahr, warnen die Nervenärzte. mehr »

Das läuft falsch bei der Diabetes-Vorsorge

Viele Versuche, Diabetes und Adipositas vorzubeugen, sind zum Scheitern verurteilt: Gesundheitstage an Schulen und eine Zuckersteuer gehören dazu. Diabetes-Experte Prof. Stephan Martin würde die Ressourcen anders verteilen. mehr »