Ärzte Zeitung online, 20.07.2009

Toilettengang im All schwieriges Geschäft

HAMBURG (dpa). Die fehlende Schwerkraft im All wird spätestens auf der Toilette zum kniffligen Problem.

Um schwebenden Kot und fliegende Urintropfen unter Kontrolle zu bringen, vertrauen die Astronauten auf technisch hoch gerüstete Toiletten. Anstatt wie auf der Erde mit Wasser werden die Ausscheidungen im All mit Luftströmen in die gewünschte Bahn gelenkt. Doch das millionenteure Hightech-Klo auf der Internationalen Raumstation ISS, das Urin sogar wieder in Trinkwasser umwandelt, versagt derzeit seine Dienste. Das "Waste and Hygiene Compartment" - frei übersetzt: Abteil für Abfall und Sauberkeit - ist kaputt. Die Bord-Toilette Nummer zwei, ein russisches Fabrikat, funktioniert aber noch. Die sechs Dauerbewohner der ISS haben nun ein Vorrecht auf den verbleibenden Abort, die siebenköpfige Besatzung der angedockten "Endeavour" muss sich stets auf das stille Örtchen der eigenen Raumfähre zurückziehen.

Nach Angaben der US-Weltraumbehörde NASA ist eine Pumpe Schuld am Klo-Schaden. Das Gerät leitet Chemikalien zur Trennung der flüssigen und festen Stoffe ins Toiletteninnere. Die Apparatur habe am Samstag nach 15 Minuten Dauerbetrieb den Geist aufgegeben. Rund sechs Liter vorbehandeltes Wasser hätten den Separator überlaufen lassen. Die Astronauten Mike Barratt and Frank De Winne ersetzten nun "Bauteile, die wahrscheinlich kontaminiert worden sind", teilte die NASA mit.

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