Ärzte Zeitung online, 31.07.2009

Fledermäuse sehen auch am Tag und in Farbe

FRANKFURT/MÜNCHEN(dpa). Forscher aus Frankfurt und Oldenburg haben herausgefunden, dass Fledermäuse auch tagsüber sehen und Farben wahrnehmen können. Bislang seien Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Netzhaut der Tiere nur Sinneszellen fürs Nachtsehen enthält, die sogenannten Stäbchen, teilte die Max-Planck-Gesellschaft am Donnerstag mit.

Die Studie der Forscher habe ergeben, dass zwei bis vier Prozent der Sehsinneszellen sogenannte Zapfen zur Wahrnehmung von Tageslicht und Farben sind (PLoS ONE online, Bd. 4, Artikel e6390).

Die Forscher hatten die Sinneszellen bei den in Mittel- und Südamerika lebenden Brillenblattnasen und Langzungenfledermäusen untersucht. Mit den Zapfen können die Tiere sowohl kurzwelliges UV-Licht als auch langwelliges gelb-grünes Licht wahrnehmen. Dies helfe bei der Suche nach UV-reflektierenden Blüten. Gleichzeitig schütze es die Säugetiere in der Dämmerung, weil sie beispielsweise Raubvögel sehen könnten.

Auch wenn der Anteil der Zapfen in der Netzhaut sehr gering sei, reiche er völlig aus: "Aus Studien an anderen dämmerungsaktiven Tieren wie zum Beispiel Mäusen oder Katzen wissen wir, dass er ausreicht, um die Tiere auch bei Tageslicht sehen zu lassen", sagte Brigitte Müller vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt. In erster Linie nutzten Fledermäuse aber das bekannte Echoortungssystem zur Orientierung.

Zum Volltext der Originalpublikation "Bat Eyes Have Ultraviolet-Sensitive Cone Photoreceptors"

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