Ärzte Zeitung online, 31.07.2009

Weitere Vorwürfe gegen Michael Jacksons Arzt

LOS ANGELES (dpa). Michael Jacksons Privatarzt Conrad Murray (51) droht eine Anklage wegen mehrerer Vergehen. Wie die "Los Angeles Times" am Donnerstag unter Berufung auf Polizeikreise berichtete, haben die Ermittler den Kardiologen neben Totschlag auch wegen unrechtmäßigen Verschreibens von Medikamenten und der "Versorgung eines Süchtigen mit Arzneimitteln" ins Visier genommen.

In dem Tauziehen um die drei Kinder gab es unterdessen eine vorläufige Einigung. Die Mutter des Sängers, Katherine Jackson, und Jacksons Ex-Frau Debbie Rowe haben sich ihren Anwälten zufolge darauf verständigt, dass die Kinder von ihrer Oma aufgezogen werden.

Am Donnerstag wurden mehr Einzelheiten über die Ermittlungen gegen Murray bekannt. Die Durchsuchung seines Wohnhauses und seiner Praxis in Las Vegas am Dienstag drehte sich hauptsächlich um Hinweise auf das Narkosemittel Propofol, berichtete die Zeitung unter Berufung auf den Wortlaut des Durchsuchungsbefehls. Bei der über achtstündigen Aktion seien unter anderem fünf Computerfestplatten und zahlreiche Aktenordner beschlagnahmt worden. Der Kardiologe steht im Verdacht, Jackson wenige Stunden vor dessen Tod das gefährliche Narkosemittel verabreicht zu haben. Der 50-jährige Jackson starb am 25. Juni dieses Jahres.

Die Sorgerechts-Absprache zwischen Jacksons Mutter und Rowe (50) muss noch von einem Richter abgesegnet werden. Für Montag ist in Los Angeles eine entsprechende Anhörung angesetzt. Beide Seiten hätten sich einvernehmlich und "im besten Interesse der Kinder" entschieden, teilten die Anwälte von Rowe und der Jackson-Familie mit. Rowe, die leibliche Mutter der beiden älteren Kinder Prince und Paris, verlangt lediglich ein Besuchsrecht. Zudem haben sich beiden Frauen darauf geeinigt, einen Kinderpsychologen einzuschalten. Bei den Verhandlungen sei es nicht um Geld gegangen, hieß es.

Jacksons drei Kinder Prince (12), Paris (11) und der siebenjährige Blanket sind seit dem Tod des Sängers am 25. Juni in der Obhut ihrer 79 Jahre alten Oma. In seinem Testament gibt Jackson seiner Mutter das Sorgerecht für die Kinder. Als mögliche Ziehmutter benannte er auch die US-Sängerin Diana Ross (65), mit der er gut befreundet war. Rowe wird in dem Testament vom 7. Juli 2002 nicht bedacht.

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