Ärzte Zeitung online, 05.08.2009

Turbo-Spermien für die Weibchen hinter Glas

WASHINGTON (dpa). Schon der Anblick von Weibchen lässt Guppys schnellere Spermien produzieren. Die Fischmännchen erhöhen zudem die Samenzahl. Das berichtet eine italienische Biologin im britischen Fachjournal "Biology Letters".

Clelia Gasparini von der Universität in Padua (Italien) hatte 46 Guppy-Männchen (Poecilia reticulata) zunächst um ihren gesamten Spermienvorrat gebracht. Danach stellte sie neben die Aquarien der Männchen entweder einen leeren Behälter oder einen mit drei Weibchen. Nach drei Tagen waren die neu gebildeten Spermien der Männchen, die ihre möglichen Partnerinnen sehen konnten, deutlich fitter als die ihrer einsameren Artgenossen: Ihre mittlere Geschwindigkeit war um ein Fünftel höher.

Bereits lange ist bekannt, dass auch entfernter Kontakt zu Weibchen die Spermienproduktion vieler Tiere erhöht. Eine Anpassung der Qualität von Samenzellen ist aber umstritten, da bisher angenommen wurde, dass Männchen im Tierreich eher auf die Menge setzen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung des neuen Konzepts der Spermienkonkurrenz, betont Gasparini. Danach ist es ein Vorteil in der Evolution, trotz der höheren körperlichen Kosten sowohl viele als auch möglichst durchsetzungsfähige Spermien zu produzieren.

Zum Artikelabstract mit der Fachartikelnummer DOI: 10.1098/rsbl.2009.0413

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