Ärzte Zeitung online, 06.08.2009

Leichen-Präparator wehrt sich gegen Verbot

AUGSBURG (dpa). Der umstrittene Leichen-Präparator Gunter von Hagens wehrt sich gegen das Verbot der Stadt Augsburg, in seiner Ausstellung "Körperwelten" einen plastinierten Liebesakt zu zeigen. Er werde dagegen rechtliche Schritte einleiten, sagte eine Sprecherin der Ausstellungsorganisation am Donnerstag.

Von Hagens hatte für Donnerstagnachmittag kurzfristig einen Besuch der Leichen-Schau in Augsburg angekündigt, bei dem er sich äußern wollte.

Hagens wollte in einem Sonderraum ein liegendes, präpariertes Leichen-Pärchen beim Geschlechtsakt zeigen, was ihm die Stadt Augsburg unter Androhung eines Zwangsgeldes von 10 000 Euro mit sofortiger Vollziehbarkeit untersagte.

Zur Begründung des Verbots machte die Stadt das bayerische Bestattungsgesetz geltend. Danach gelte der Persönlichkeitsschutz auch nach dem Tod. Die Darstellung eines Geschlechtsaktes mit präparierten Leichen sei "herabwürdigend und erniedrigend". Die Stadt werde das Verbot gegebenenfalls auch mit Ordnungsgewalt durchsetzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »