Ärzte Zeitung online, 06.08.2009

Mutter soll Säugling in Teich geworfen haben

SONDERSHAUSEN/NORDHAUSEN (dpa). Schrecklicher Verdacht gegen eine junge Mutter: Eine offensichtlich geistig verwirrte Frau hat im thüringischen Sondershausen ihren acht Monate alten Säugling vermutlich selbst in einen Teich geworfen. Das Baby konnte sich minutenlang strampelnd über Wasser halten und überlebte, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Anschließend meldete sich die 27-Jährige mit einem leeren Kinderwagen beim nahe gelegenen Jugendamt und erzählte, dass ihr Kind im Wasser liege. Glücklicherweise hatte ein Radfahrer den im Wasser strampelnden Säugling bereits entdeckt und aus dem Teich gezogen. Dennoch musste ein Notarzt das kleine Mädchen reanimieren. Es sei inzwischen außer Lebensgefahr. Die junge Frau sei auf eigenen Wunsch in eine Psychiatrie gebracht worden. Gegen sie wird nun wegen versuchten Totschlags ermittelt.

Die Polizei geht davon aus, dass die Frau ihr Kind am Dienstagnachmittag selbst in den Teich geworfen hatte. Sie war schon zuvor in psychiatrischer Behandlung. Dass es sich um einen Unfall handelt, halten die Ermittler für unwahrscheinlich - unter anderem, weil die Mutter sonst ihr Baby selbst gerettet hätte. Wie lange das kleine Mädchen sich um sein Leben strampelnd über Wasser gehalten hatte, sei noch unklar. Allerdings habe der Radfahrer die Frau schon nicht mehr gesehen, als er den strampelnden Säugling entdeckte. Daher sei es durchaus möglich, dass sich das Baby eine Viertelstunde allein über Wasser gehalten habe.

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