Ärzte Zeitung online, 06.08.2009

Tierschützer zünden Haus von Novartis-Chef an

WIEN (dpa). Zum wiederholten Male ist die Pharma-Firma Novartis Ziel von Anschlägen militanter Tierschützer geworden: In Bach im österreichischen Tirol zündeten Aktivisten das Jagdhaus von Novartis-Konzernchef Daniel Vasella an. In einem Schreiben bekannte sich am Donnerstag die militante Tierschutzorganisation MFAH (Militant Forces against Huntingdon Life Science) zu dem Anschlag und drohte mit weiteren Aktionen.

Das österreichische Innenministerium bestätigte am Donnerstag der österreichischen Nachrichtenagentur APA, dass der Verfassungsschutz wegen des Anschlags am Montag ermittle.

Bereits in der vergangenen Woche hatten andere Tierversuchsgegner auf einem Friedhof der Schweizer Stadt Chur ein Grab geschändet, in dem die Eltern von Vasella bestattet sind. Nach Schweizer Medienberichten entwendeten die Aktivisten die Urne seiner Mutter und verschmierten den Grabstein. Auch davor wurden Mitarbeiter und Einrichtungen des Pharmakonzerns europaweit vermehrt Ziel von Aktionen extremistischer Tierschützer.

Bei dem Anschlag in Österreich hatten die Aktivisten nach eigenen Angaben am Montag zig Liter Benzin an verschiedenen Stellen am Haus in Brand gesetzt. Das Feuer richtete großen Sachschaden an. Das Bekennerschreiben wurde im Internet veröffentlicht und mit "MFAH Austria" unterzeichnet. Die Tierschützer drohten mit weiteren Aktionen, wenn Novartis nicht alle Beziehungen zum Tierversuchslabor Huntingdon Life Sciences (HLS) in Großbritannien abbricht.

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